3D-Struktur von Phagen in atomarer Auflösung rückt näher

3D-Struktur von Phagen in atomarer Auflösung rückt näher
Künstlerische Darstellung von Phagen (grün und gelb), die ein Bakterium (blau) angreifen (® Barth van Rossum, FMP)

Mittels Kernspinresonanz-Spektroskopie lässt sich die Struktur bakterienfressender Viren bis ins atomare Detail aufklären.

  • Datum:
    14.07.2017
  • Autor:
    S. Oßwald (mh/ktg)
  • Quelle:
    Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP)

Im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen sind Phagen in den Fokus der Forschung geraten. Die bakterienfressenden Viren haben sich in Experimenten bereits als wirksam gegen multiresistente Bakterien erwiesen. Unbekannt ist jedoch, wie die kleinen Helfer auf atomarer Ebene aufgebaut sind.

Forscher vom Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP) in Berlin haben eine neue Methode entwickelt, mit der sich die komplexe Struktur bis ins atomare Detail aufklären lässt. Der Ansatz basiert auf einer Weiterentwicklung der Festkörper-NMR.

Der genaue Aufbau der Phagen ist bislang nicht komplett bekannt. Dabei wäre es im Zuge der aktuellen Therapieentwicklung enorm wichtig zu wissen, wie sie genau operieren und wie ihre 3D Struktur im atomaren Detail aussieht. „Phagen sind von der Natur über Millionen von Jahren optimierte Nanomaschinen. Sie bestehen aus vielen Komponenten, die sich zu einer komplexen Architektur zusammenfügen.“, erklärt Prof. Dr. Adam Lange vom Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP).

Lange und seinem Team ist jetzt ein methodischer Meilenstein gelungen: Die Forscher haben Festkörper-NMR-Methoden (Kernspinresonanzspektroskopie) so weiterentwickelt, dass sich damit die Struktur der Phagen bis ins atomare Detail aufklären lässt. Etwa ein Jahr, schätzt Lange, wird er brauchen, um die komplexe Struktur der Phagen aufzuklären. „Damit können wir im Rahmen der Grundlagenforschung einen wichtigen Beitrag zur Phagentherapie leisten.“

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