Checkliste verbessert Management für Kontrastmittel-Reaktionen

Checkliste verbessert Management für Kontrastmittel-Reaktionen

Eine übersichtliche Checkliste mit präzisen Anleitungen im Falle Kontrastmittel-induzierter Reaktionen fördert die richtige Behandlungsentscheidung und stärkt das Vertrauen ins eigene Handeln.

  • Datum:
    09.10.2018 0 Kommentare
  • Journal:
    AJR 2018;211(1):W1-W12
  • Titel:
    A Checklist Manifesto: Effectiveness of Checklist Use in Hands-On Simulation Examining Competency in Contrast Reaction Management in a Randomized Controlled Study.
  • Autor:
    Parsian S et al.
    Zur Originalstudie

Das Risiko einer schweren Kontrastmittel(KM)-induzierten Reaktion ist sehr gering – trotzdem sollte das medizinische Personal gut darauf vorbereitet sein und schnell reagieren können. Sana Parsian und KollegInnen, University of Washington School of Medicine, Seattle/Washington, untersuchten, wie gut eine doppelseitige Checkliste im Ernstfall Orientierung bieten kann.

Methode

Parsian et al. teilten 43 RadiologInnen randomisiert in eine Checklistengruppe (n=22) und eine Kontrollgruppe (n=21) ein. Beide Gruppen nahmen an simulierten Hands-On-Szenarien zu verschiedenen KM-induzierten Reaktionen teil.

Die Checklistengruppe erhielt kurz vor dem Training eine kurze, farbkodierte Handlungsanleitung für mögliche KM-Reaktionen. Neben einer Übersicht der häufigsten KM-induzierten Reaktionen und ihrer Symptome skizzierte die Checkliste die initiale Beurteilung des Patienten und enthielt einen Leitfaden zur Versorgung der Betroffenen sowie Empfehlungen zur Nachbeobachtung.

Zu den getesteten Szenarien gehörten:

  • Anaphylaktischer Schock
  • Bronchospasmus
  • Larynxödem (Kehlkopfödem)
  • Vasovagale Reaktion
  • Urtikaria

Drei GutachterInnen beurteilten die durchgeführten Maßnahmen der einzelnen TeilnehmerInnen anhand von Videoaufzeichnungen. Gewertet wurden unter anderem die Richtigkeit der Erstbehandlung und eine korrekte Epinephrin (auch Adrenalin)-Gabe.

Beide Gruppen nahmen zwei Monate vor dem Training und direkt nach dem Training an einem schriftlichen Multiple-Choice-Test zu möglichen Kontrastmittel-induzierten Reaktionen und den entsprechenden Erstbehandlungen teil. Zusätzlich schätzten die Teilnehmenden das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten beim Erkennen und Behandeln von KM-Reaktionen schriftlich ein.

Ergebnisse

In der Simulation schnitt die Checklistengruppe beim allgemeinen Management schwerer KM-Reaktionen, der Erstbehandlung eines Bronchospasmus und der korrekten Gabe von Epinephrin besser ab als die Kontrollgruppe.

Beide Gruppen erzielten eine ähnlich hohe Punktzahl in dem Multiple-Choice-Test vor und nach der Simulation. Die Checklist-Gruppe zeigte ein signifikant größeres Selbstvertrauen beim Erkennen und Behandeln von KM-induzierten Reaktionen nach der Simulation.

Fazit

Eine Checkliste mit Kurzanleitungen für KM-induzierte Reaktionen kann Behandlungsfehler verringern und damit die Patientensicherheit verbessern.

biho/ktg
09.10.2018

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