CT-Strahlendosis – Optionen mit einer Dosismanagement-Software

CT-Strahlendosis – Optionen mit einer Dosismanagement-Software

Vorhandene Möglichkeiten zur Reduktion der Strahlendosis in der klinischen CT-Routine so einsetzen, dass die Patienten die beste und zugleich strahlenärmste Untersuchung erhalten – eine aktuelle Herausforderung für Radiologen.

  • Datum:
    17.09.2018 0 Kommentare
  • Journal:
    Fortschr Röntgenstr 2018
  • Titel:
    Dosisreduktion und Dosismanagement in der Computertomografie – Aktueller Stand
  • Autor:
    Dominik Zinsser et al.
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Hintergrund

In den Industriestaaten gilt die Computertomographie heute als bedeutendste Ursache nicht-natürlicher Strahlenexposition der Bevölkerung. Dominik Zinsser und Kollegen, Uniklinikum Tübingen, erläutern, wie sich Patientencharakteristika und technische Parameter auf die Strahlendosis einer Computertomographie auswirken.

Das Bundesamt für Strahlenschutz definiert Diagnostische Referenzwerte (DRW) in der Röntgendiagnostik als 75. Perzentile einer Verteilung von Patientendosen verschiedener Anwender. Dabei weist das Bundesamt ausdrücklich darauf hin, dass die im Juli 2016 aktualisierten DRW „nicht als im Idealfall erreichbare Werte“ anzusehen seien. Vielmehr lassen sich mit moderner Hard- und Software durchaus Dosiswerte erzielen, die unterhalb der DRW liegen.

Dosis-Monitoring und Management

Wie Alexander Schegerer und Kollegen zeigen, sind die Möglichkeiten zur CT- Dosisreduktion durch Einsatz moderner Technik und Optimierung der Scanprotokolle auch in Deutschland noch lange nicht ausgereizt (EJR 2017).

Das nicht-automatisierte Zusammentragen von Dosisdaten, die üblicherweise im PACS gemeinsam mit den Bildern abgespeichert werden, ist ineffizient und liefert nur ein unvollständiges Bild der tatsächlichen Strahlenexposition der Patienten, so Dominik Zinsser und Kollegen. Ein weiteres Problem seien die hohen kumulativen Dosen einzelner Patienten aufgrund wiederholter CT-Untersuchungen.

Die Autoren vom Universitätsklinik Tübingen, wo das Dosismanagement-Tool RadimetricsTM (Bayer) lokal installiert ist, schildern das Potenzial des Dosismanagements mit einer solchen Software:

Anwender können für bestimmte Untersuchungsprotokolle Dosisgrenzwerte festlegen und erhalten bei deren Überschreiten Warnhinweise.

Häufige Dosisausreißer sind Indikatoren für systematische Fehler, die sich erkennen und vermeiden lassen.

Auch für die kumulative Dosis einzelner Patienten lassen sich Schwellenwerte und Warnhinweise einrichten, um gegebenenfalls auf ein anderes Untersuchungsverfahren auszuweichen.

Für jeden einzelnen CT-Scanner lässt sich die durchschnittliche Dosis für einzelne Körperregionen genau bestimmen. Auf dieser Grundlage ist ein Scanner-Benchmarking möglich. In der Folge lassen sich etwa strahlensensitive junge Patienten einem Scanner mit geringerer Dosis zuweisen.

Mit relativ geringem Aufwand lassen sich große Datenmengen verarbeiten. So werteten Smith-Bindman R et al. (Radiology 2015) durchschnittliche Dosiswerte von 200.000 CT-Untersuchungen an fünf unterschiedlichen Zentren aus.

CT-Untersuchungen lassen sich im Vorfeld simulieren, um zu ermitteln, wie sich Änderungen bestimmter Untersuchungsparameter wie Scanbereich oder Röhrenspannung auf die Strahlendosis auswirken. Diese Simulationen eignen sich gut zum Training für MTRA.

Fazit

Das Strahlendosismanagement dürfte zukünftig weiter an Bedeutung gewinnen. Für Radiologen besteht die Herausforderung darin, die vorhandenen Möglichkeiten in der klinischen Routine so einzusetzen, dass die Patienten die beste und zugleich strahlenärmste Untersuchung erhalten.

mh/ktg
17.09.2018

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