Desinfektion in der Radiologie mit elektrochemisch aktiviertem Wasser

Desinfektion in der Radiologie mit elektrochemisch aktiviertem Wasser

Kliniken sehen sich mit zunehmenden Belastungen durch resistente Mikroorganismen konfrontiert. In der Radiologie ist das Desinfizieren von Touchscreens, Angiographie-Ausstattung oder Patiententischen in MRT und CT nicht einfach. Die Desinfektionssubstanzen müssen schnell und rückstandsfrei wirken, ohne die empfindliche Elektronik zu schädigen.

  • Datum:
    02.10.2015 0 Kommentare
  • Journal:
    J Environ Health Sci Eng 2015;13:6 | Published online 2015 Jan 28
  • Titel:
    Suitability of electrolyzed oxidizing water for the disinfection of hard surfaces and equipment in radiology
  • Autor:
    Pintaric R, Matela J, Pintaric S
    Zur Originalstudie
Ein Team von der Universitätsklinik Maribor in Slowenien hat die Eignung von elektrochemisch aktiviertem Wasser (electrolyzed oxidizing water, EOW) für die Desinfektion radiologischer Untersuchungsräume und Geräte untersucht. EOW ist aufgrund seines hohen oxidativen Reduktionspotentials in der Lage, die Zellmembranen von Pathogenen zu schädigen und so deren Untergang herbeizuführen. In der Humanmedizin wird es zur Desinfektion beispielsweise endoskopischer Geräte und zum Reinigen harter Oberflächen verwendet.

Methode
Das verwendete handelsübliche EOW enthielt Natriumhypochlorit, Chlorat, Chlordioxid und Ozon. Sein pH-Wert lag bei 6-8 und sein Redoxpotential bei +800 ±100 mV. Es wurde in sechs Untersuchungsräumen (2 Angio, 2 CT, 2 MRT) als Aerosol angewendet. Die Last an Mikroorganismen bestimmten die Wissenschaftler vor der Aerosolisierung und nach einer einstündigen Einwirkzeit sowohl in der Luft mittels Zyklonabscheider als auch auf verschiedenen Oberflächen mittels Sedimentationsplatten.

Ergebnisse
Insgesamt wurden in den sechs Untersuchungsräumen 600 Luftproben und 50 Oberflächenproben eingesammelt. Die Belastung der ohnehin nur gering kontaminierten Raumluft mit Mikroorganismen verringerte sich in den sechs Räumen um 79-92 Prozent. Die Belastung der Oberflächen nahm um 28,5-82,7 Prozent ab.

Fazit
Der Einsatz elektrochemisch aktivierten Wassers als Aerosol kann die Belastung der Raumluft substanziell senken.  Die Autoren sehen darin ein Potenzial, die Sicherheit diagnostischer und operativer Prozeduren zu erhöhen. Unter den Vorzügen der Substanz heben sie sein breites Wirkspektrum und die Rückstandsfreiheit hervor.

Original-Artikel
http://dx.doi.org/10.1186/s40201-015-0160-8

mh/ktg
02.10.2015

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