Empfehlenswerte Dosisüberwachung in der Herz-Bildgebung

Empfehlenswerte Dosisüberwachung in der Herz-Bildgebung

Die Dosis-Tracking-Software Radimetrics™ erleichtert eine signifikante Reduzierung der Strahlenbelastung während einer myokardialen CT/SPECT Untersuchung.

  • Datum:
    11.12.2018 0 Kommentare
  • Journal:
    Nucl Med Commun. 2018 Oct;39(10):894-900
  • Titel:
    Radiation dose reduction in myocardial perfusion imaging single-photon emission computed tomography/computed tomography using a dose-tracking software
  • Autor:
    Serreli G et al.
    Zur Originalstudie

In der myokardialen Bildgebung hat sich eine Kombination aus CT-Koronarangiographie und SPECT (Single-Photon-Emissions-Computertomographie) als geeignete Methode zur Beurteilung koronarer Herzkrankheiten (KHK) erwiesen. Die erhöhte Strahlendosis der Hybridbildgebung fordert jedoch ein gutes Dosismanagement. Giulio Serreli und KollegInnen des Universitätskrankenhauses Parma in Italien nutzten zu diesem Zweck das Dosis-Management-System Radimetrics™ (Bayer). Die automatische Berechnung der kumulativen, patientenspezifischen Strahlenbelastung ist mit der Software ebenso möglich wie die der organspezifischen Strahlendosis. Serreli et al. verglichen die Strahlendosen während einer CT/SPECT Untersuchung am Herzen vor und nach der Einführung eines dosisreduzierten Protokolls.

Methode

Die retrospektive Studie umfasste eine Gruppe mit 599 PatientInnen und eine Gruppe mit 464 PatientInnen, die nach der Empfehlung der European Association of Nuclear Medicine (EANM) eine ans Körpergewicht adaptierte Menge an Radiopharmaka verabreicht bekommen hatten als die erste Gruppe. Die zweite Gruppe unterschied sich von der ersten Gruppe zusätzlich durch einen reduzierten Röhrenstrom (30 mAs statt 60 mAs) und höheren Pitch (1 statt 0,5) im CT-Protokoll. 

Die PatientInnen durchliefen die zur Herzbeurteilung notwendigen Belastungs- und Ruheuntersuchungen entweder an einem Tag oder voneinander getrennt an zwei Tagen (Ein-Tages- oder Zwei-Tagesprotokoll).

Alle Dosisdaten wurden mit Radimetrics™ ausgewertet:

  • Volumen-CT-Dosisindex (CTDIvol),
  • Dosislängenprodukt (DLP),
  • Größenspezifische Dosisschätzung (SSDE) und
  • Effektive Dosis (ED).

Zwei verblindete Nuklearmediziner beurteilten subjektiv die Bildqualität.

Ergebnisse

CT-Untersuchung

Die zweite Gruppe zeigte eine um mehr als 50% verringerte Strahlenbelastung im Vergleich zur ersten Gruppe. Die Reduzierung betraf alle dosimetrischen Messwerte (CTDIvol, DLP, SSDE, ED).

SPECT-Untersuchung

Nach Optimierung des Protokolls ergab sich für das 1-Tagesprotokoll eine Reduzierung der effektiven Dosis um 4,5%. Bei Anwendung des 2-Tagesprotokolls betrug die Reduzierung sogar um die 17%.

CT/SPECT-Untersuchung

Insgesamt ergab sich für das 1-Tagesprotokoll eine um fast ein Viertel geringere effektive Dosis (von 17,8 ± 1,7 auf 13,6 ± 1,5 mSv). Mit dem 2-Tagesprotokoll sank die effektive Dosis sogar um fast ein Drittel (von 21,9 ± 2,5 auf 15,6 ± 1,4 mSv).

Die Bildqualität in Gruppe zwei wurde trotz der deutlich reduzierten Dosis nicht als schlechter beurteilt. Die Bilder waren in allen Fällen diagnostisch.

Fazit

Serreli et al. beobachteten eine drastische Reduzierung der Strahlenbelastung durch wenige Änderungen ihres herkömmlichen CT/SPECT Untersuchungsprotokolls bei gleichbleibender Bildqualität. Für eine schnelle und detaillierte Analyse der Daten empfehlen sie den Einsatz einer automatischen Dosis-Tracking-Software.

biho/ktg
11.12.2018

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