Empfehlungen für eine substantielle Befundung

Empfehlungen für eine substantielle Befundung

Eindeutige Wortwahl, gute Struktur und klare Handlungsempfehlungen werten die radiologische Befundung qualitativ auf. Gleichzeitig werden Fehler vermieden.

  • Datum:
    04.04.2018
  • Journal:
    J Am Coll Radiol. 2017 Apr;14(4):459-466.
  • Titel:
    Strategies for Improving the Value of the Radiology Report: A Retrospective Analysis of Errors in Formally Over-read Studies
  • Autor:
    Kabadi SJK et al.
    Zur Originalstudie

Woran sich eine gute radiologische Befundung orientieren sollte, analysierten Suraj Jay Kababi, University of Virginia, USA, und KollegInnen. In einer retrospektiven Studie verglichen Kababi et al. externe Erstbefunde mit internen Zweitbefunden des gleichen bildgebenden Verfahrens. Aus dem Vergleich generierten sie wichtige Faktoren für die Erstellung eines qualitativ hochwertigen Befundes.

Methode

Kabadi et al. verglichen 362 radiologische Erstbefunde von an sie überwiesenen PatientInnen mit den Zweitbefunden, die an ihrer Institution erstellt wurden, in Hinblick auf Verständlichkeit und Einfluss auf das weiterführende Vorgehen.

Ergebnisse

Mehr als zehn Prozent der geprüften Befunde hatten eine entscheidende Änderung des weiteren Vorgehens zur Folge. Mehr als ein Fünftel davon waren innerhalb von 12 Stunden nach Zweitbefundung notwendig. 

Aus den Ergebnissen extrahierten die AutorInnen vier Empfehlungen zur Verbesserung der radiologischen Befundung: 

  1. Bildgebende Befunde mit einem Krankheitsbild verbinden: Viele radiologische Berichte beschränken sich auf die Beschreibung der anatomischen Anomalien im Bild. Häufig fehlt der Bezug zur Krankheit. Der/die RadiologIn kennt den Krankheitsverdacht eventuell nicht und läuft daher auch Gefahr, wichtige, mit der Krankheit in Zusammenhang stehende Bildbefunde zu übersehen.
  1. Informationen aus der elektronischen Krankenakte mit einbeziehen: Der Zugang zu zusätzlichen PatientInnen-Informationen wie Laborwerten, Operationsnotizen oder histologischen Ergebnissen verringert Beurteilungsfehler in der Bildauswertung.
  1. Strukturierte Befunderhebung: Eine Checkliste trägt zu Vollständigkeit und klarer Struktur des Befundes bei.
  1. Handlungsempfehlungen: Anstelle nicht-eindeutiger Formulierungen sollten klare, kurze Schlussfolgerungen mit Differentialdiagnose und ggf. Alternativdiagnosen treten. Empfehlungen zum weiteren Vorgehen sollten nicht fehlen.

Fazit

Radiologische Befundberichte tragen entscheidend zur klinischen Entscheidungsfindung bei. Sie sollten daher alle verfügbaren Informationen mit einbeziehen und einer klaren Struktur folgen.

biho/ktg
04.04.2018