Neue MRT-Sequenz für bessere pädiatrische Hirnbildgebung

Neue MRT-Sequenz für bessere pädiatrische Hirnbildgebung

Die Nutzung der radialen 3D-interpolierten rVIBE Sequenz reduziert Bewegungsartefakte in der zerebralen MRT-Bildgebung und verbessert die Bildqualität bei unruhigen Kindern.

  • Datum:
    07.12.2018 0 Kommentare
  • Journal:
    AJR 2018;210:876-882
  • Titel:
    Three-Dimensional Radial VIBE Sequence for Contrast-Enhanced Brain Imaging: An Alternative for Reducing Motion Artifacts in Restless Children
  • Autor:
    Park JE et al.
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Die pädiatrische Hirnbildgebung erfolgt bevorzugt mit der strahlungsfreien MRT. Die häufig genutzte 3D T1-gewichtete Aufnahme mittels MP-RAGE (magnetization prepared rapid acquisition with gradient echoes) ist jedoch anfällig für Bewegungsartefakte.

Ji Eun Park, Seoul National University Children’s Hospital, Seoul, Südkorea, und KollegInnen evaluierten in einem retrospektiven Intra-Patienten-Vergleich die Bildqualität der MP-RAGE Sequenz mit der radialen volumetrisch interpolierten Atem-Halte-Sequenz (radial volumetric interpolated breath-hold examination, rVIBE), die bisher nicht standardmäßig für zerebrale MRT-Untersuchungen eingesetzt wird.

Methode

Park et al. analysierten retrospektiv 65 kontrastverstärkte MRT-Bildserien pädiatrischer Gehirne. Das MRT-Protokoll enthielt eine MP-RAGE- und eine rVIBE-Sequenz.

Für die quantitative Analyse setzte ein/e RadiologIn insgesamt zwölf Regions of Interest (ROIs), davon sechs in die graue Substanz, vier in die weiße Substanz und zwei in den Liquor und bestimmte den entsprechenden Grauwert. Anschließend berechneten Park et al. die relativen Grauwerte der drei Bereiche zueinander.

Für die qualitative Auswertung bewerteten zwei für die angewendete Sequenz verblindete RadiologInnen basierend auf einer Fünf-Punkte-Likert-Skala das Auftreten von Bewegungs- oder Pulsationsartefakten, die Gesamtbildqualität und die Sichtbarkeit der Läsionen der MP-RAGE- und rVIBE-Bilder.

Ergebnisse

Die quantitative Auswertung zeigte eine signifikant bessere Unterscheidung zwischen grauer bzw. weißer Substanz und Liquor bei den MP-RAGE-Bildern.

In der qualitativen Auswertung schnitt jedoch die rVIBE-Sequenz signifikant besser ab: Sie zeigte weniger Bewegungs- und Pulsationsartefakte als MP-RAGE. Gesamtbildqualität und Sichtbarkeit der Läsionen unterschieden sich nicht signifikant zwischen beiden Gruppen. Eine Teilanalyse von Bildern mit starken Bewegungsartefakten (n=25) ergab eine höhere Bildqualität der rVIBE-Bilder.

Fazit

Die rVIBE-Sequenz ermöglicht Bilder mit deutlich weniger Bewegungsartefakten als die MP-RAGE-Sequenz. Auch die Gesamtbildqualität bei rVIBE-Bildern wird auf Bildern mit Bewegungsartefakten besser bewertet. Park et al. schlagen darum den Einsatz von rVIBE vor allem bei unruhigen Kindern vor.

Die Anzahl der Bilder mit Bewegungsartefakten war jedoch recht klein. Auch konnte die Bewegungsintensität retrospektiv nicht nachvollzogen werden. Park et al. schlagen daher weitere Studien vor, um ihre Ergebnisse zu bestätigen.

anho/ktg
07.12.2018

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