Prostatakrebs: Höhere Sensitivität durch strukturierte Befundung

Prostatakrebs: Höhere Sensitivität durch strukturierte Befundung

Ein direkter Befundungsvergleich in der Prostatabildgebung verdeutlicht die Vorteile der standardisierten Befundung.

  • Datum:
    08.06.2018 0 Kommentare
  • Journal:
    J Am Coll Radiol 2017;14(4):459-466
  • Titel:
    Impact of a Structured Reporting Template on Adherence to Prostate Imaging Reporting and Data System Version 2 and on the Diagnostic Performance of Prostate MRI for Clinically Significant Prostate Cancer
  • Autor:
    Shaish H et al.
    Zur Originalstudie

Hiram Shaish, Columbia University Medical Center, New York, und KollegInnen verglichen den klinischen Nutzen frei formulierter und strukturierter Befundungen bei MRT-Prostatauntersuchungen in einer retrospektiven Studie.

Methode

Shaish et al. bewerteten 324 auffällige Läsionen in 201 Patienten. Die Patienten hatten im Juni 2015 eine MRT mit nicht-standardisierter Befundung nach der PI-RADS-Klassifikation V2 durchlaufen (PI-RADS: Prostate Imaging Reporting and Data System). Zwei Jahre später führten Shaish et al. die strukturierte Befundung an ihrem Institut ein. Das Dropdown-Menü der Vorlage erlaubte eine genaue Beschreibung der Läsionen unter Verwendung der PI-RADS-Terminologie und die Punktevergabe nach dem PI-RADS V2-System.

Sechs erfahrene RadiologInnen bewerteten die MRT-Untersuchungen unter Zuhilfenahme der Vorlage erneut und verglichen die Ergebnisse. Die von allen Patienten ebenfalls durchlaufene Fusionsbiopsie (MRT- und Ultraschall-geführt) fungierte als Referenzstandard.

Ergebnisse

Die MRT-Bildgebung ergab 217 Läsionen in der peripheren Zone und 84 in anderen Zonen der Prostata. Die Biopsie ergab 23 weitere Läsionen, die von der MRT nicht erkannt worden waren. Ein Drittel der Läsionen erwies sich als karzinogen.

Wurde vor Einführung der strukturierten Befundung nur zu einem knappen Drittel die PI-RADS-Terminologie verwendet, erhöhte sich dieser Anteil danach auf 88%. Die Sensitivität für die Erkennung klinisch signifikanter Tumoren in der peripheren Zone verbesserte sich mit der neuen Befundungsmethode von 53% auf 70%. Die Spezifität veränderte sich nicht signifikant (60% vs. 55%).

Fazit

Die Verwendung einer strukturierten Befundungsvorlage führt zu einem stärkeren Gebrauch der einheitlichen PI-RADS-Terminologie und verbessert die Detektion von Prostataläsionen signifikant. Die standardisierte Dokumentation erleichtere durch ihre übersichtliche Struktur auch die Kostenerstattung durch die Kostenträger, so die Autoren, und eigne sich viel besser als Freitext-Befunde für die Datengewinnung zur automatischen Befundung.

biho/ktg
08.06.2018

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