MRT: Arterielle Phase zur HCC-Diagnose nutzen

MRT: Arterielle Phase zur HCC-Diagnose nutzen

Zur größenbasierten Charakterisierung von Leberläsionen ist die späte arterielle Phase ebenso geeignet wie die venösen Phasen der Kontrastmittelanreicherung im MRT.

  • Datum:
    01.02.2021 0 Kommentare
  • Journal:
    Abdom Radiol (NY). 2020;45(10):3144-54
  • Titel:
    Examining LI?RADS recommendations: should observation size only be measured on non?arterial phases?
  • Autor:
    Cunha GM, Kwon H et al.
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Hintergrund

Der Durchmesser fokaler Leberläsionen spielt eine wichtige Rolle bei der HCC-Risikoeinschätzung und für Behandlungsempfehlungen. Im Rahmen des Klassifikationssystems LI-RADS (Liver Imaging Reporting and Data System) wird davon abgeraten, die arterielle Phase kontrastverstärkter MRT-Untersuchungen zur Größenabschätzung heranzuziehen. Zu groß seien die Fehlermargen der abgeschätzten Durchmesser und zu hoch die Variabiliät zwischen den BefunderInnen.

Guilherme M. Cunha und Heejin Kwon, Altman Clinical Translational Research Institute, La Jolla, Kalifornien, sowie internationale KollegInnen, bestimmten die Durchmesser von Leberläsionen während der arteriellen Akquisitionsphasen. Sie verglichen sie mit Läsionsdurchmessern, die während späterer Kontrastmittelphasen gemessen wurden. Die späten Phasen sind laut LI-RADS v2017 diagnostisch relevant für eine verlässliche Größenbestimmung. Cunha, Kwon et al. berechneten auch die Intra- und Inter-BefunderInnen-Variabilität.

Fazit

Die späte arterielle Phase kann ebenso wie die venösen Phasen der Kontrastmittelanreicherung zur verlässlichen Größenbestimmung und damit zur Diagnostik von Leberläsionen herangezogen werden. Es gab keine signifikante Variabilität zwischen den Größenmessungen. Sie blieben sowohl bei Doppelbefundung als auch zwischen verschiedenen BefunderInnen ohne signifikante Abweichung. Cunha, Kwon et al. raten daher zu einer Überarbeitung der LI-RADS-Empfehlung.

Methode

  • Retrospektive, monozentrische Studie, Sep. 2017 - Mai 2018
  • 52 PatientInnen mit klassifizierten Leberläsionen nach LI-RADS v2017
  • 3T MRT mit extrazellulärem Kontrastmittel
  • Bilderserie 1: Aufteilung sechs arterieller Subphasen in eine frühe und eine späte arterielle Phase
  • Bilderserien 2-4: zwei, drei und zehn Minuten nach Kontrastmittelgabe

Evaluierung

  • Drei verblindete, erfahrene RadiologInnen bestimmten die Durchmesser der Läsionen in allen Bilderserien in randomisierter Abfolge und unabhängig voneinander in zwei Sitzungen im Abstand von zwei Wochen
  • Die Variabilität unter den BefunderInnen berechnete sich mit dem Intraklassenkorrelationskoeffizienten ICC (1=vollständige Übereinstimmung)

Ergebnisse

  • Zwischen der frühen und späten arteriellen Phase unterschied sich die Durchschnittsgröße von 66 auswertbaren Läsionen signifikant voneinander: 19,1mm vs. 19,8mm; p=0,001.
  • Der Größenvergleich der 72 auswertbaren Läsionen zwischen Bilderserien der späten arteriellen Phase und der drei verzögerten Kontrastmittelphasen ergab keine statistisch signifikanten Unterschiede.
  • Der Größenvergleich der Läsionen zwischen den Bilderserien der drei verzögerten Kontrastmittelphasen ergab keine statistisch signifikanten Unterschiede.
  • Der Intra- und Inter-Vergleich der BefunderInnen ergab eine exzellente Übereinstimmung (ICC = 0,952-0,981).

biho/ktg
01.02.2021

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