Vorhersage der Restleber-Funktion mit T1-Mapping

Vorhersage der Restleber-Funktion mit T1-Mapping

T1-Mapping mit hepatospezifischem Kontrastmittel-verstärkter MRT eignet sich zur Bestimmung der Restleber-Funktion vor einer Leberresektion. Die Vorhersage kann helfen, post-operative Komplikationen zu vermeiden.

  • Datum:
    29.03.2021 3 Kommentare
  • Journal:
    Eur Radiol. 2021 Jan 15. Epub ahead of print.
  • Titel:
    Regional liver function analysis with gadoxetic acid–enhanced MRI and virtual hepatectomy: prediction of postoperative short-term outcomes for HCC
  • Autor:
    Huang M, Shunli S et al
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Hintergrund

Eine Standardmethode zur Beurteilung der gesamten Leberfunktion ist der Indocyaningrün-Clearancetest (ICG) nach 15 Minuten (ICG-R15). Für die Beurteilung lokaler Leberfunktion ist der Test jedoch nicht geeignet. Dabei wären die Daten für HCC-PatientInnen vor einer Leberresektion hilfreich, um die post-operative Restleber-Funktion vorherzusagen und damit Komplikationen vorzubeugen.

 Für die PatientInnen, deren lokale Leberfunktionen häufig stark variieren, könnte ein hepatobiliäres Kontrastmittel eine gute Lösung sein. Seine paramagnetischen Eigenschaften führen zu einer Verkürzung der T1-Relaxationszeit in Regionen mit schlechter Leberzellfunktion.

 Mengqi Huang, Guangzhou/China, Shunli Shen,und Hongkong/China und KollegInnen, untersuchten, ob sich eine Kombination aus T1-Relaxationszeiten und Lebervolumen als quantitativer Marker für die lokale Leberfunktion eignet.

Fazit

Ein hepatobiliäres Kontrastmittel eignet sich als quantitativer Biomarker für die prä-operative Beurteilung der lokalen Leberfunktion und der Lebervolumina. Die hepatospezifisch beurteilte lokale Leberfunktion kann den kurzfristigen Outcome nach einer großen Leberresektion bei HCC-PatientInnen vorhersagen. Die lokale Leberfunktion ist auch ein unabhängiger Risikofaktor für post-operative Komplikationen.

Methode

Huang et al. führten retrospektiv eine computergestützte virtuelle Leberresektion an HCC-PatientInnen durch, berechneten die theoretische Restleber-Funktion und verglichen sie mit dem post-operativen Outcome.

  • 133 HCC-PatientInnen
  • MRT mit hepatobiliärem Kontrastmittel
  • Prä-operativer ICG-R15-Test als Referenzstandard

Die computergestützte virtuelle Leberresektion wurde von einer/m RadiologIn und einer/m ChirurgIn beruhend auf dem OP-Bericht durchgeführt.

Die Berechnung der Gesamtleberfunktion und der Restleber-(r)-Funktion erfolgte mit der T1-Ratio bzw. rT1-Ratio: Unterschied ΔT1 zwischen der (r)T1-Relaxivität vor und nach Kontrastmittelgabe (T1-Mapping) unter Berücksichtigung des funktionalen Lebervolumens (FV) bzw. der funktionalen Rest-Lebervolumina (rFV).

Post-operative Komplikationen wurden nach Clavien-Dindo klassifiziert (schwere Komplikation Grad ≥ III). Die Beurteilung des kurzfristigen Outcomes erfolgte bei 45 der 133 PatientInnen nach größerer Leberresektion (= Resektion von drei oder mehr Lebersegmenten).

Ergebnisse

Ein Mehrfach-Regressionsmodell korrelierte die T1 Relaxationszeiten, die Lebervolumina und die ICG-R15.

  • Es ergab sich eine statistisch signifikante (negative) Korrelation von T1-Ratio und Gesamt-Lebervolumen mit der ICG-R15 (rho = - 0,304 und - 0,449; p < 0,05).
  • Größere post-operative Komplikationen standen in Zusammenhang mit einer Restleberfunktion bei einer rT1-Ratio < 66,5% und einer Post-Kontrast-T1-Relaxationszeit rT1post > 217,5 ms.
Ein unabhängiger Risikofaktor für größere post-operative Komplikationen war die rT1-Ratio (OR = 0,845).

biho/ktg
29.03.2021

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