Strahlungsaufklärung online

Strahlungsaufklärung online

Patientenaufklärung über ionisierende Strahlung gelingt besser mit Videos als mit einem PDF-Dokument.

  • Datum:
    20.06.2017 0 Kommentare
  • Journal:
    J Am Coll Radiol. 2017;14(3):386-392
  • Titel:
    Use of an Online Education Platform to Enhance Patients' Knowledge About Radiation in Diagnostic Imaging
  • Autor:
    Steele JR et al.
    Zur Originalstudie

Patienten wissen oft zu wenig über ionisierende Strahlung bei bildgebenden Untersuchungen. Joseph R. Steele vom MD Anderson Cancer Center an der University of Texas, Houston, und Kollegen boten Patienten vor einer bildgebenden Untersuchung digitales oder analoges Informationsmaterial an. Ein anschließender Wissenstest zeigte, welche Methode erfolgreicher war.

Methode

Steele et al. luden Patienten eines tertiären Krebszentrums zur Teilnahme an der Studie ein. Die Patienten erhielten das Aufklärungsmaterial eine Woche vor ihrer bildgebenden Untersuchung. Sie wurden zufällig einer der folgenden Gruppen zugeordnet:

  1. Digitale Gruppe: Interaktives Lehrmaterial in Form von fünf Videos sowie der Möglichkeit, per E-Mail Fragen zu stellen (n = 745)
  2. Analoge Gruppe: Lehrmaterial in Form eines schreibgeschützten, nicht ausdruckbaren PDF-Dokuments (n = 993)
  3. Kontrollgruppe: Kein Lehrmaterial (n = 488)

Das Lehrmaterial enthielt Informationen über

  • die Definition ionisierender Strahlung,
  • die Arten bildgebender Untersuchungen mit ionisierender Strahlung,
  • die Strahlungsdosen bildgebender Untersuchungen,
  • die Risiken der medizinischen Strahlung.

Im Anschluss nahmen die Patienten an einem Wissenstest mit sechs Fragen teil. In diesem Rahmen konnten Teilnehmer auch ihre Sorge über ihr persönliches Strahlenrisiko äußern und mitteilen, ob sie vor jeder Untersuchung über die Strahlendosis informiert werden wollten. Patienten der digitalen Gruppe wurden zusätzlich um Feedback gebeten.

Ergebnisse

40,5% der digitalen Gruppe (n = 302), fast die Hälfte der analogen Gruppe (n = 488) und zwei Drittel der Kontrollgruppe (n = 363) nahmen am Wissentest teil. Nur etwas mehr als ein Prozent der digitalen Gruppe hatte Zusatzfragen per E-Mail gestellt.

Die digitale Gruppe schnitt bei allen Fragen etwas besser ab als die analoge Gruppe. Die Kontrollgruppe verfügte über beachtlich weniger Wissen als die beiden anderen Gruppen. Insgesamt lagen die korrekten Antworten zwischen 13% und 66% bei der digitalen Gruppe, zwischen 11% und 58% bei der analogen Gruppe und zwischen 3% und 23% bei der Kontrollgruppe.

Ein signifikanter Unterschied zeigte sich bei der Frage, welche Bildgebung die höchste Strahlendosis liefere. Die Hälfte der digitalen Gruppe kannte die richtige Antwort, während die Frage nur von einem Drittel der analogen Gruppe und nur einem Fünftel der Kontrollgruppe richtig beantwortet wurde.

Die digitale Gruppe zeigte sich am wenigsten besorgt über bereits erhaltene medizinische Strahlung (3,6 Punkte auf einer Skala von 1 bis 10), während die analoge Gruppe und die Kontrollgruppe gleichermaßen beunruhigt waren (4,6 bzw. 4,4 Punkte).

Zwischen 40 und 50 Prozent aller Teilnehmer gaben an, vor ihrer Untersuchung über die zu erhaltende Strahlendosis informiert werden zu wollen.

Ein Drittel der digitalen Gruppe (n = 201) gab Rückmeldungen zum erhaltenen Lehrmaterial. Die Mehrheit beschrieb es als leicht zugänglich und hilfreich.

Fazit

Lehrmaterial über bildgebende Untersuchungen mit ionisierender Strahlung erhöht den Wissenstand der Patienten. Patienten ziehen mehr Informationen aus digitalem Lehrmaterial als aus einem analogen Dokument, schlussfolgern Steele und Kollegen.

biho/ktg
20.06.2017

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