DECT-basierte Jodkarte und parametrische MR-Perfusion der Lunge

Anhand der Jodverteilung lassen sich in der Dual-Energy-CT Rückschlüsse ziehen auf die Durchblutung der Lunge. Jedoch ist die DECT keine echte Perfusionsbildgebung. Stimmen die Ergebnisse dennoch mit den MR-Perfusions-Tests überein?

  • Datum:
    23.05.2012 0 Kommentare
  • Autor:
    if/ktg
  • Quelle:
    Röntgenkongress 2012

Wie korreliert die Dual-Energy CT-basierte Jodkarte mit der parametrischen MR-Perfusion der Lunge? (VO 305.5)
Donnerstag, 18. Mai 2012, 10:25
Ulrike Attenberger, Universitätsmedizin Mannheim


Verschiedene Studien haben gezeigt, dass sich die mittels Dual-Energy-CT (DECT) generierten Jod-Karten als Surrogatmarker für eine Lungenembolie eignen. Jan Hansmann von der Universitätsmedizin Mannheim hat nun untersucht, ob die Jodkarten aus DECT mit den Ergebnissen einer parametrischen Perfusionsuntersuchung im MR übereinstimmen. Die Ergebnisse präsentierte seine Kollegin Ulrike Attenberger.

Methode
Insgesamt 18 Patienten schloss Hansmann in seine prospektive Studie ein. Bei allen Patienten deutete die Jodkarte aus der DECT auf ein Perfusionsdefizit hin und veranlasste den Wissenschaftler, eine Perfusions-MRT durchzuführen. Attenberger wies darauf hin, dass Perfusionsdefekte unterschiedlichster Genese eingeschlossen wurden. So waren auch Patienten mit Emphysem und Tumoren im Untersuchungskollektiv zu finden. Die CT-Untersuchung fand an einem 64-Zeilen DECT mit 50 mAs/ 235 mAs Röhrenstrom statt. Gleich im Anschluss fand das MRT an einem 3T Scanner statt. Hansmann wählte für den Perfusionstest eine zeitaufgelöste TWIST-Sequenz mit einer zeitlichen Auflösung von 1,3 Sekunden pro Frame. Die Akquisition dauerte insgesamt 58 Sekunden.

Mittels pixel-by-pixel basierter Dekonvolutionsanalyse wertete Hansmann die MRT-Ergebnisse quantitativ aus. Auf diese Weise erfasste er zunächst, wie sich die Signalintensität mit der Zeit veränderte. Anschließend suchte er nach Verbindungen zwischen den Signalintensitäten und der Kontrastverteilung im Lungenparenchym. Zusätzlich bestimmte der Forscher im gesunden sowie im minderdurchbluteten Parenchym den pulmonalen Blutfluss (PBF), das Blutvolumen (PBV) sowie die mittlere Transitzeit (MTT). Aus dem CT erhielt er die durchschnittlichen Hounsfield-Einheiten (HE) aus gesundem Gewebe und dem Perfusionsdefekt. Ziel war schließlich, die Korrelation aus MRT-Parametern und den durchschnittlichen HE zu eruieren.

Ergebnisse
Signifikante Unterschiede zwischen normalem Parenchym und Perfusionsdefekt zeigten sich im MRT anhand des Blutflusses und des Blutvolumens:

  • Normalparenchym: PBF 58,8 ± 36,0 ml/100 ml/min; PBV 16,6 ± 8,5 ml
  • Perfusionsdefekt: PBF 10,3 ± 5,5 ml/100 ml/min; PBV 5,0 ± 4,0 ml

Die HE aus der DECT erwiesen sich ebenfalls als signifikanter Parameter:

  • Normalparenchym: 22,6 ± 8,3 HE
  • Perfusionsdefekt: 4,0 ± 3,9 HE

Zwischen den MR-Parametern und der DECT-Perfusionskarte gab es jedoch keinen signifikanten Zusammenhang. Ein Perfusionsdefizit ließ sich in der Jodkarte und den Perfusionsbildern aus MRT allerdings visuell gut erkennen. In zwei Fallbeispielen demonstrierte Attenberger, dass die Bilder aus MRT und CT in dieser quantitativen Betrachtungsweise gut miteinander übereinstimmten.

Fazit
Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass die HE-Werte aus der DECT mit den Perfusionstests aus MRT zumindest visuell zusammenpassen. Allerdings stammen diese ersten Ergebnisse aus einem kleinen Patientenkollektiv und müssten laut Attenberger durch größer angelegte Untersuchungen verifiziert werden.

Diskussion
Einen Zuhörer interessierte, ob man Grenzwerte für die HE bestimmt habe. Attenberger verneinte dies - das Patientenkollektiv sei zu kein gewesen.

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