ECR 2017 – Der “Bread and Butter”-Scan für die Prostata-MRT

ECR 2017 – Der “Bread and Butter”-Scan für die Prostata-MRT

Nach einer fokalen Therapie eines Prostatakarzinoms sind Follow-Up-Untersuchungen mittels MRT nach zwei Tagen, sechs Monaten und einem Jahr sinnvoll.

  • Präsentationstag:
    04.03.2017 0 Kommentare
  • Autor:
    mh/ktg
  • Sprecher:
    Clare Allen, University College London/UK
  • Quelle:
    ECR 2017

Derzeit gibt es noch keinen anerkannten Standard für die Bildgebung nach fokaler Therapie eines Prostatakarzinoms. Clare Allen vom University College London erläuterte beim ECR 2017, wie an ihrem Haus die Bildgebung nach FT aussieht.

Fokale Therapie des Prostatakarzinoms

Die fokale Therapie zielt darauf ab, die klinischen Auswirkungen von Prostataläsionen einzudämmen. Sie gilt als Alternative zur Behandlung der gesamten Prostata und als sicheres Verfahren mit geringen Auswirkungen Harnkontinenz und Potenz. Sieben unterschiedliche Arten des Energieeintrags stehen für die fokale Therapie zur Verfügung, darunter der hochintensive fokussierte Ultraschall (HIFU), Kryotherapie, laserinduzierte Hyperthermie und Radiofrequenzablation. Allerdings ist noch wenig bekannt darüber, welches der Verfahren sich am besten für welche Fälle eignet. Eine Evaluation des onkologischen Outcomes der unterschiedlichen Ansätze steht noch aus.

Initiale Beurteilung vor einer fokalen Therapie

„Die Behandlung eines Prostatakarzinoms kann unterschiedliche Ziele haben“, sagte Allen, „daher ist es für uns Radiologen wichtig zu wissen, worauf der Urologe hinaus will.“ Die initiale Begutachtung des Patienten an ihrem Institut beinhaltet eine multiparametrische MRT mit T2-gewichteten und dynamischen kontrastverstärkten Sequenzen sowie diffusionsgewichteter Bildgebung (DWI). Zielsetzung ist es, die Anzahl und Position der Tumoren zu identifizieren, Sphinkter, Kapsel und Samenblasen zu beurteilen, und festzustellen, ob Bedarf für eine zusätzliche Biopsie besteht.

Multiparametrische MRI zum Follow-Up

Der initiale Scan erfolgt frühestens 48 Stunden und spätestens zehn Tage nach der fokalen Therapie. „Würden wir früher scannen, könnten wir die Ränder des Ablationsbereichs nicht ausmachen“, so Allen. „Anhand dieser frühen Scans haben unsere Urologen eine Menge dazugelernt, wie sie bei der Therapie besser vorgehen sollten.“

Zweites Follow-Up nach sechs Monaten. „Zwischendrin machen wir überhaupt keinen weiteren Scan, es sei denn, es wird klinisch notwendig“, sagte sie. Scans, die früher als nach sechs Monaten durchgeführt würden, seien nahezu unmöglich zu interpretieren – aufgrund von Nekrosen, Inflammation und anderen Folgen der fokalen Therapie. Der Scan nach einem halben Jahr ist unser richtiger ‚Bread and Butter’-Scan“, so Allen.

„Man kann ziemlich entsetzt sein, wenn man das Ausmaß des Schadens sieht, den die fokale Therapie induziert“, schilderte sie, „aber es ist erstaunlich, wie gut die Prostata damit nach sechs Monaten zurechtkommt.

Drittes Follow-Up nach sechs Monaten.

Fokales Kontrast-Enhancement – Hinweis auf Residualtumor

Kontrastverstärkte MR-Sequenzen sind erforderlich, um den Ablationsbereich zu beurteilen. Gesucht wird nach anreichernden Foci um den Ablationsbereich herum. Wurde die fokale Therapie mit ungenügendem Energieeintrag oder unpräzisem Targeting durchgeführt, ist ein fokales Enhancement ein Hinweis auf eine unvollständige Behandlung des Tumors. „Wegen dieser Fälle ist der initiale Scan so wichtig“, betonte Allen, „wenn Sie den nicht machen, wissen Sie hinterher nicht, woran Sie gescheitert sind.“ Man brauche diese Information, um über eine eventuell andere Energiequelle einer wiederholten fokalen Therapie zu entscheiden und die Tumorausdehnung präziser einzuschätzen. Besonders bei kleinvolumigen Rezidiven schneide die dynamische kontrastverstärkte MRT besser ab als die DWI.

„Für das Follow-Up nutzen wir eine Kombination von allem“, sagte Allen in der anschließenden Diskussion mit dem Publikum. Dabei betonte sie die Bedeutung einer guten Teamarbeit der Radiologen mit den Urologen und Onkologen.

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