ESPR 2018 – Post-Kontrast-SWI im Follow-Up der MS

ESPR 2018 – Post-Kontrast-SWI im Follow-Up der MS

Kontrastanreichernden MS-Läsionen sind mit suszeptibilitätsgewichteter Bildgebung manchmal besser zu erkennen als mit der regulären kontrastverstärkten T1-Bildgebung.

  • Präsentationstag:
    20.06.2018 0 Kommentare
  • Autor:
    mh/ktg
  • Sprecher:
    Adam Gyorgy Szabo, Semmelweis-Universität Budapest
  • Quelle:
    ESPR 2018

„Versuchen Sie es mal mit der SWI nach der Kontrastmittelgabe – so würde ich meinen folgenden Vortrag in einem Satz zusammenfassen“, so Adam Gyorgy Szabo von der Semmelweis-Universität Budapest.

Hintergrund

Die suszeptibilitätsgewichtete Bildgebung (SWI) nutzt räumlich hochaufgelöste 3D-Gradientenechosequenzen. Sie ist sensitiv für Substanzen, die zu Inhomogenität des lokalen Magnetfels führen, wie etwa Blutbestandteile oder Kalzium. Paramagnetische Substanzen sind desoxygeniertes Hämoglobin, Ferritin und Hämosiderin. Diamagnetisch dagegen sind Knochenmineralien und dystrophische Kalzifikationen. Venöses Blut ist weniger diamagnetisch als arterielles.

Diagnostik der Multiplen Sklerose mit SWI

Die SWI spiele auch in der MS-Diagnostik eine Rolle, so Szabo, weil sie oft in der Lage sei, die MS-typischen kleinen Gefäße im Zentrum von Läsionen der weißen Substanz darzustellen. Da die SWI sensitiv für Kontrastmittel ist, könnte sie im Follow-Up für das Aufspüren aktiver Läsionen von Bedeutung sein.

Darstellung scannerabhängig

Szabo wies darauf hin, dass die Darstellung von Blut und Kalzium in der SWI scannerabhängig ist: Während bei Geräten von Philips und GE Blutbestandteile dunkel erscheinen, sind sie bei Siemens und Toshiba hell.

Multiple Sklerose: MR-Protokoll mit SWI

Szabo skizzierte das MR-Protokoll, das an seinem Haus für die MS-Diagnostik am 3T-Scanner verwendet wird und das die SWI mit einschließt:

Zerebrale MRT

  • Sagittale 3D FLAIR in dünnen Schichten
  • Axiale Protonendichte- und T2-Wichtung, koronale T2, kontrastverstärkte T1 als 3D-Volumen, axiale diffusionsgewichtete Aufnahmen (DWI, ADC-Maps), SWI
  • Koronale STIR (Short-Tau Inversion Recovery) und Single Voxel MR-Spektroskopie (TE=35 und 288 ms) zur Beurteilung der weißen Substanz

„Die kontrastverstärkte T1-Bildgebung ist immer eine der ersten, die wir machen“, so Szabo. Die kontrastanreichernden Läsionen seien manchmal in der SWI viel besser zu erkennen als in der regulären kontrastverstärkten T1-Bildgebung, wie Szabo an einigen Beispielen illustrierte.

Rückenmark

  • Sagittale T1, T2 und STIR, axiale T2

Fazit

Es gibt Fälle, in denen die SWI für kontrastanreichernde Läsionen sensitiver ist als die T1-Bildgebung. Daher sei sie ein nützliches Verfahren für das Follow-Up der Multiplen Sklerose und anderer Erkrankungen, so Szabo.

 

Referenzen

Suzuki M et al.
Detection of active plaques in multiple sclerosis using susceptibility-weighted imaging: comparison with gadolinium-enhanced MR imaging.
Fazit: „SWI kann aktive, kontrastanreichernde MS-Plaques mit hoher Spezifität erkennen.“
Magn Reson Med Sci. 2011;10(3):185-92
https://doi.org/10.2463/mrms.10.185

Fahrendorf D et al.
Benefits of contrast-enhanced SWI in patients with glioblastoma multiforme.
Fazit: „Die kontrastverstärkte SWI liefert zusätzliche Information für die Evaluation des Glioblastoma multiforme vor Therapiebeginn. Das Verfahren könnte das Potenzial haben, Tumorinvasionszonen nicht-invasiv zu identifizieren, wie anhand von Biopsien in einem Fall gezeigt.“
Eur Radiol 2013 Oct;23(10):2868-79
https://doi.org/10.1007/s00330-013-2895-x

Jagadeesan BD et al.
Postcontrast susceptibility-weighted imaging: a novel technique for the detection of arteriovenous shunting in vascular malformations of the brain.
Fazit: „Die post-contrast SWI scheint der SWI, der Time-of-Flight MR-Angio und der kontrastverstärkten MR-Angio in der Detektion arteriovenöser Shunts bei zerebralen Gefäßmalformationen (zAVM) überlegen und könnte nützlich sein für initiale Diagnose und Follow-Up von Patienten mit zAVM.“
Stroke 2011 Nov;42(11):3127-31
https://doi.org/10.1161/STROKEAHA.111.623587

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