ESPR 2018 – Radiales k-Raum-Sampling für unruhige Patienten

ESPR 2018 – Radiales k-Raum-Sampling für unruhige Patienten

In der zerebralen MRT reduziert die 3D VIBE mit radialer Raumabtastung Bewegungsartefakte. Ein Vorteil besonders bei unruhigen pädiatrischen Patienten.

  • Präsentationstag:
    20.06.2018 0 Kommentare
  • Autor:
    mh/ktg
  • Sprecher:
    Luciana Porto, Universitätsklinikum Frankfurt/Main
  • Quelle:
    ESPR 2018

„Wir können die Kinder vorbereiten, ablenken, den Untersuchungsraum umgestalten und vieles mehr“, so Luciana Porto, Frankfurt/Main, „aber Bewegungsartefakte werden trotzdem immer wieder die Bildqualität beeinträchtigen.“ Ein potenzieller Ansatz zur Reduktion von Bewegungsartefakten ist das radiale k-Raum-Sampling.

Luciana Porto, Frankfurt am Main, und Kollegen verglichen die 3D VIBE-Bildgebung mit zwei unterschiedlichen Verfahren des k-Raum-Samplings – zeilenweise und radial – in der pädiatrischen zerebralen MRT. Dabei untersuchten sie die Bildqualität und die diagnostische Genauigkeit kontrastverstärkter Aufnahmen pädiatrischer Patienten ohne Sedierung.

Methode

Im Rahmen der retrospektiven Studie unterzogen sich neun pädiatrische Patienten im Alter zwischen 2 und 15 Jahren einer zerebralen MRT. Diese beinhaltete eine standardmäßige T1-gewichtete 3D VIBE mit zeilenweiser k-Raumabtastung und eine T1-gewichtete 3D VIBE mit radialer Raumabtastung. Beide Methoden gelten als relativ unempfindlich für Bewegungsartefakte. Zwei erfahrene Radiologen beurteilten subjektiv die Bildqualität und diagnostische Genauigkeit der resultierenden Datensets.

Die 3D VIBE mit radialer Raumabtastung erfolgte in axialer Ebene (Voxel 1,1*1,1*1,1 mm³, Matrix 224*224 px) über eine durchschnittliche Akquisitionszeit von 2:15 Minuten.

Die 3D VIBE mit zeilenweiser Raumabtastung erfolgte in sagittaler Ebene (Voxel 0,8*0,8*1 mm³, Matrix 256*256 px) und dauerte im Schnitt 2:52 Minuten.

Ergebnis

Porto wies auf die Zeitersparnis durch das radiale Sampling hin und illustrierte an Fallbeispielen die Unterschiede zwischen den beiden Sampling-Verfahren: Selbst bei unruhigen Patienten lieferte der Scan mit radialem k-Raum-Sampling noch verwertbare Bilder diagnostischer Qualität, wo das zeilenweise Sampling in nicht-diagnostischen Aufnahmen resultierte. „Je mehr sich ein Patient bewegt, desto besser schneidet im Vergleich das radiale Sampling ab“, so Porto.

Erklärung

Den Vorteil des radialen Samplings erläuterte sie so, dass hier jede k-Raum-Linie in einer anderen Richtung ausgelesen wird. So führen Bewegungen nicht zu Ghosting-Artefakten. „Das Konzept der radialen VIBE ähnelt dem der BLADE-Technik“, so Porto. Während aber bei BLADE ein breiter Abtaststreifen rotiert werde, handele es sich bei der radialen VIBE nur um eine dünne Linie. Das mache sie zu einer interessanten Alternative für andere T1-gewichtete Sequenzen.

Fazit

Die 3D VIBE mit radialem k-Raum-Sampling erlaubt es, pädiatrische Patienten ohne Sedierung mittels kontrastverstärkter MRT zu untersuchen. Die Sequenz kann Zeit sparen und liefert Bilder guter Qualität. Allerdings sei die Bildqualität nicht ausreichend für die genauere Tumor- oder Epilepsiediagnostik.

Auf Nachfrage der Vorsitzenden, Élida Vázquez aus Barcelona, erklärte Porto, dass an ihrem Haus das Standardverfahren die zeilenweise k-Raumabtastung genutzt werde. Das radiale Sampling wende man nur bei unruhigen Patienten an.

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