Senologiekongress: DWI verbessert Kurzprotokoll Mamma-MRT

Senologiekongress: DWI verbessert Kurzprotokoll Mamma-MRT

Ergänzt man das Kurzprotokoll für die Mamma-MRT um die DWI, verbessert dies die diagnostische Genauigkeit signifikant.

  • Präsentationstag:
    28.06.2019 0 Kommentare
  • Autor:
    mh/ktg
  • Sprecher:
    Matthias Dietzel et al., Uniklinik Erlangen
  • Quelle:
    Deutscher Senologiekongress 2019 (Poster 039)

Ein verkürztes Protokoll für die Mamma-MRT reduziert die Kosten und erleichtert grundsätzlich den Zugriff auf die MRT. Um Bedenken hinsichtlich einer schlechteren diagnostischen Genauigkeit aufzugreifen, haben Matthias Dietzel, Erlangen, und Kollegen folgende Fragestellung untersucht: Kann das Hinzufügen einer schnellen diffusionsgewichteten Bildgebung (DWI) die diagnostische Genauigkeit erhöhen, ohne den zeitlichen Vorzug des Kurzprotokolls preiszugeben?

Methode

132 aufeinander folgende Patientinnen unterzogen sich einer Mamma-MRT. Die Untersuchung dauerte 10:30 Minuten und setzte sich aus diesen Bestandteilen zusammen:

  • Kurzprotokoll mit je einem Scan vor und nach Kontrastmittelgabe (2:40 Minuten)
  • Postinitiale Bildgebung mit fünf weiteren Akquisitionen nach Kontrastmittelgabe (+ 5:00 Minuten)
  • DWI (+ 2:30 Minuten)

Als Referenzstandard diente die Histopathologie.

In den ersten nach Kontrastmittelgabe akquirierten Bildern markierten Dietzel et al. 10-15mm² große Regions of Interest (ROIs) in den Kontrast-anreichernden Läsionsanteilen. Die Übertragung der ROIs auf die DWI-basierten ADC-Maps (ADC = scheinbarer Diffusionskoeffizient) und die weiteren Scans vor und nach Kontrastmittelgabe erfolgte automatisiert. Daraus resultierte je ein (semi)quantitativer Parameter für jeden der drei Protokoll-Bestandteile:

  • Kurzprotokoll >> Wash-In
  • Postinitial >> Wash-Out
  • DWI >> ADC

Dietzel et al. untersuchten, ob eine der Ergänzungen des Kurzprotokolls die diagnostische Genauigkeit erhöhen würde:

  • „Kurzprotokoll PLUS“ = Kurzprotokoll + DWI
  • „Curve“ = Kurzprotokoll + Postinitiale Bildgebung
  • „Curve PLUS“ = Kurzprotokoll + Postinitiale Bildgebung + DWI

Ergebnisse

Insgesamt wurden 145 Läsionen gefunden. Davon waren 101 maligne und 44 benigne. Das „Kurzprotokoll PLUS“, also die Kombination aus Kurzprotokoll aus DWI, schnitt mit einer AUC (Area under the Curve) von 0,877 signifikant besser ab als das reine Kurzprotokoll (AUC = 0,743) und als „Curve“, also die Kombination von Kurzprotokoll und postinitialer Bildgebung (AUC = 0,788).

Die zusätzliche Kombination aller drei Protokoll-Bestandteile („Curve PLUS“) konnte die diagnostische Genauigkeit dagegen nicht weiter verbessern.

Fazit

Ergänzt man das Kurzprotokoll um die DWI, verbessert dies die diagnostische Genauigkeit signifikant, ohne die Geschwindigkeit des Ansatzes dafür zu opfern, resümieren Dietzel und Kollegen. Sie fordern daher, diesen Ansatz weiter zu untersuchen, um den Zugang und die Wirtschaftlichkeit der Mamma-MRT zu verbessern.

Sie müssen sich einloggen, um Kommentare zu verfassen.