PET/MRI-Symposium Essen 2018 – Interview mit PD Dr. Lale Umutlu

PET/MRI-Symposium Essen 2018 – Interview mit PD Dr. Lale Umutlu
Priv.-Doz. Dr. med. Lale Umutlu – Stv. Direktorin des Instituts für Diagnostische und Interv. Radiologie und Neuroradiologie am Uniklinikum Essen; Ko-Organisatorin PET/MR-Symposium 2018 (© Universität Duisburg-Essen)

Über Gegenwart und Zukunft des PET/MRI-Symposiums in Essen sprach mit uns Priv.-Doz. Dr. med. Lale Umutlu. Sie ist stellvertretende Direktorin des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie am Uniklinikum Essen und Ko-Organisatorin des Symposiums im Februar 2018.

  • Datum:
    05.03.2018
  • Autor:
    mh/ktg
  • Quelle:
    PET/MRI-Symposium Essen 2018

Worin besteht für Sie die Hauptmotivation, ein solches PET-MRI-Symposium zu organisieren? Wie sehen Sie die Zukunft des Symposiums?

Die PET/MRT-Bildgebung ist eine junge Modalität, die seit ihrer Implementierung der Fokus diverser internationaler Studien ist. Wir möchten Interessierte, Nutzer und Experten zusammenführen, um eine gemeinsame Plattform für interaktive Diskussionen und multizentrische Studienprojekte zu schaffen. Das Symposium wird jetzt zum zweiten Mal von der Radiologie, Nuklearmedizin und Medizinphysik des Universitätsklinikums Essen ausgerichtet und wir freuen uns sehr über die positive Resonanz. Wir können uns durchaus vorstellen, das Portfolio des Symposiums zum Beispiel um Workshops zu erweitern. Außerdem sind wir im Gespräch mit unseren Kollegen vom Universitätsklinikum Tübingen, ob wir die Veranstaltung künftig gemeinsam organisieren.

Bitte skizzieren Sie kurz Ihre Erfahrungen aus der intensivierten Zusammenarbeit zwischen Radiologie und Nuklearmedizin.

Radiologie und Nuklearmedizin stehen sich als zwei bildgebende Fachdisziplinen von Natur sehr nah und sind durch die hybride Bildgebung eng verbunden. Wir glauben, dass wir die hybride Bildgebung durch eine enge und synergistische Kooperation gemeinsam nach vorne bringen können. Um dies weiter zu verstärken, haben Professor Herrmann von der Nuklearmedizin am Uniklinikum Essen und ich letzten September eine interdisziplinäre Arbeitsgemeinschaft für hybride Bildgebung gegründet, die von beiden Fachgesellschaften – DRG und DGN – unterstützt wird. So möchten wir möglichst viele Kollegen beider Fachdisziplinen dazu motivieren, mit uns gemeinsam multizentrische Projekte zu initiieren und die Vergütung der Hybridverfahren zu verbessern.

Das Indikationsspektrum für die PET-MRT wächst – welches Feld ist für Sie persönlich besonders spannend?

Die PET/MRT hat verschiedene, auf ihre Art und Weise sehr spannende Indikationsfelder. Zum einen gehört natürlich die Diagnostik aller Tumorentitäten dazu, die vom hohen Weichteilkontrast der MRT profitieren. Zum anderen ist auch die Strahlenreduktion – durch den Austausch der CT-Komponente mit der MRT – ein wichtiger Faktor, insbesondere in der Diagnostik pädiatrischer Patienten. Die wissenschaftlich und prospektiv am spannendste Indikation liegt sicherlich in der Analyse des diagnostischen und prädiktiven Potenzials der multiparametrischen PET/MRT. Mithilfe der multiparametrischen PET/MRT erhoffen wir uns gänzlich neue Einblicke in die Tumorbiologie zu erhalten, und diese zum Beispiel zur Prädiktion von Therapieansprechen zu nutzen.