RSNA 2016 – Zielsetzungen zur besseren Sicherheit für Patienten und Personal

RSNA 2016 – Zielsetzungen zur besseren Sicherheit für Patienten und Personal

Der Medizinphysiker Madan M. Rehani arbeitete lange für die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) in Wien. Beim RSNA 2016 definierte er Szenarien einer „idealen Sicherheit“ für Patienten und Personal und zeigte entsprechende Handlungsmöglichkeiten auf.

  • Präsentationstag:
    28.11.2016 0 Kommentare
  • Autor:
    mh/ktg
  • Sprecher:
    Madan M. Rehani, Harvard Medical School, Boston, MA, USA
  • Quelle:
    RSNA 2016

1) Keine strahleninduzierten Hautverletzungen mehr, weder bei Patienten noch beim Personal, und kein Katarakt beim Personal

„Wir müssen aus unseren Erfahrungen lernen und uns fragen: Warum ist dieses oder jenes passiert?“ sagte Rehani und benannte die wesentlichen Ursachen für strahleninduzierte Hautverletzungen:

  • Fehlendes Dosis-Monitoring („Nutzen Sie die verfügbaren Tools zum Dosis-Monitoring!“)
  • Unzureichendes Verständnis von Dosis-Quantitäten („Arbeiten Sie mit Ihrem Medizinphysiker zusammen!“)
  • Mangelhafte Kenntnis der potenziellen Auswirkungen („Wir sehen langsam Verbesserungen, aber hier müssen die Fachgesellschaften das Heft in die Hand nehmen.“)
  • Zu geringer Einsatz verfügbarer technischer Möglichkeiten und in der Folge unnötig hohe Dosen („Machen Sie sich und Ihr Personal mit den eingebauten Features zur automatischen Dosiskontrolle vertraut und beanspruchen Sie auch Ihren Medizinphysiker.“)

Außerdem ermahnte Rehani seine Zuhörer, Schutzbrillen zu tragen.

2) Jede Untersuchung ist begründet – und dies trifft auch für sich wiederholende Untersuchungen zu

„Elektronische Überweisungen zur nahtlosen Übertragung patientenbezogener Informationen und Systeme zum Clinical Decision Support (CDS) scheinen recht gut zu funktionieren“, so Rehani in Kürze, um dies Thema einem anderen Redner zu überlassen. 

3) Jede Untersuchung wird genau bei dem Dosislevel durchgeführt, das benötigt wird, um die gewünschte Information zu erhalten – und nicht mehr.

„Automatic Exposure Control und Modulation der Röhrenspannung haben große Fortschritte gemacht“, so Rehani. Er sah in diesen Features die am schnellsten fortschreitende Methodik zur Dosisreduktion, da Anwender wie auch Hersteller ein hohes Interesse an der Weiterentwicklung hätten. Zielsetzungen für die nähere Zukunft seien das Abschätzen der Dosis vor einer Untersuchung und Dosis-Benchmarking für individuelle Anatomien.  

4) Jeder Patient ist zufrieden, dass seine Untersuchung mit der für die Fragestellung geringstmöglichen Dosis durchgeführt wurde – und es gibt keinerlei Besorgnis wegen karzinogener Effekte.

„Wenn die Dosis einer Untersuchung nahe jener der Hintergrundstrahlung ist, wie heute bereits bei einigen Röntgenaufnahmen, wird es leichter, das den Patienten zu kommunizieren und sie zu überzeugen.“

5) Keine Untersuchungen mit hoher Dosis mehr.

„Die kardiale CT ist bereits so weit“, sagte Rehani. Weiterer Fortschritt hin zur Niedrig-Dosis-Bildgebung sei vorwiegend eine technische Angelegenheit und es bestehe Grund zum Optimismus.

Fazit

Abschließend machte Rehani darauf aufmerksam, dass es niemals zuvor tausende von Patienten gegeben habe, deren individuelle Dosis durch diagnostische Bildgebung selbst Werte von 100 mSv überschritten. „Und denken Sie daran: Auch wenn die effektive Dosis mit nur einigen Millisievert gering scheinen mag, muss das nicht auf die Organdosis zutreffen – die kann trotzdem zweistellige Milligray-Werte erreichen.“

Diskussion

„Müssen wir davon ausgehen, dass die Rechtfertigung einer Untersuchung Gegenstand der Gesetzgebung wird?“ fragte ein Zuhörer. Rehani bejahte dies: Nachdem die Dokumentation der Dosis verpflichtend geworden sei, dürfte dies der nächste Schritt der Legislative sein. Er ermunterte seine Zuhörer, in der Auseinandersetzung mit dem Thema auch unkonventionelle Denkansätze zuzulassen und sich dabei um Unabhängigkeit von den täglichen Schwierigkeiten zu bemühen.

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