Magnetpartikelbildgebung – Karlsruher Wissenschaftler für Europäischen Erfinderpreis nominiert

Magnetpartikelbildgebung – Karlsruher Wissenschaftler für Europäischen Erfinderpreis nominiert
Bernhard Gleich (re.) und Jürgen Weizenecker (li.), Professor an der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik der Hochschule Karlsruhe, wurden für den Europäischen Erfinderpreis 2016 nominiert (Foto: Heinz Troll/EPA)

Der Europäische Erfinderpreis wird am 9. Juni 2016 in Lissabon zum elften Mal vom Europäischen Patentamt verliehen. Nominiert sind auch zwei deutsche Wissenschaftler für die Entwicklung der Magnetpartikelbildgebung (MPI).

  • Datum:
    19.05.2016
  • Autor:
    H. Gust (mh/ktg)
  • Quelle:
    Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft
Mit der Auszeichnung würdigt das EPA jährlich Forscher, Wissenschaftler, Techniker und Tüftler, deren Erfindungen vom EPA patentiert worden sind und einen außerordentlichen Beitrag zum wirtschaftlichen, technischen und gesellschaftlichen Fortschritt geleistet haben.

Die beiden deutschen Erfinder Bernhard Gleich und Jürgen Weizenecker, Professor an der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft, dürfen sich Hoffnungen auf den Europäischen Erfinderpreis 2016 machen: Das Duo ist für die Entwicklung der Magnetpartikelbildgebung (MPI) in der Kategorie „Industrie“ nominiert. Ihre Innovation gilt als neue Generation der Bildgebungstechnologie und macht die Darstellung von Gewebe in Echtzeit, dreidimensional und auf den Millimeter genau möglich.

Vor über 15 Jahren begannen Gleich und Weizenecker gemeinsam in Hamburg an der Entwicklung des Bildgebungsverfahrens zu forschen. Die bahnbrechende Methode nutzt die magnetischen Eigenschaften superparamagnetischer Eisenoxid-Nanopartikel (SPIONs): Sobald sich diese in der Blutbahn eines Patienten befinden, können sie über ein Magnetfeld sichtbar gemacht und per Software in Echtzeit zu dreidimensionalen Aufnahmen mit hoher Genauigkeit aus dem Körperinneren zusammengesetzt werden. Im Vergleich zur MRT lassen sich Bilder mit MPI wesentlich schneller erzeugen.

Das Europäische Patentamt hat den beiden Erfindern bis heute gemeinsam mehr als 30 Patente für Verbesserungen der MPI-Technologie erteilt. Der erste präklinische MPI-Scanner kommt seit 2014 am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) zum Einsatz.

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