Neue Direktorin der Radiologie am Uniklinikum Bonn

Neue Direktorin der Radiologie am Uniklinikum Bonn
Prof. Dr. Ulrike Attenberger ist neue Direktorin der Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum Bonn (© K. Wislsperger / UK Bonn)

Die 39-jährige Prof. Dr. Ulrike Attenberger ist Nachfolgerin von Prof. Dr. Hans Schild in der Leitung der Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie am Uniklinikum Bonn.

  • Datum:
    25.02.2020
  • Autor:
    I. Väth (mh/ktg)
  • Quelle:
    Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Forschungsaufenthalte führten Attenberger 2012 bis 2015 nach Harvard, Zürich und Wien. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2010 mit dem „Fellow Award der Radiological Society of North America“ und 2012 mit dem Walter-Friedrich-Preis, verliehen durch die Deutsche Gesellschaft für Radiologie. Jetzt kommt sie von der Universitätsmedizin Mannheim. Dort war sie stellvertretende Klinikdirektorin des Instituts für klinische Radiologie und Nuklearmedizin, wo sie das Geschäftsfeld „Präventive und Onkologische Diagnostik“ leitete.

Wissenschaftlich legt Attenberger das Augenmerk auf die präventive und onkologische Diagnostik vor allem von Prostata-, Enddarm- und Leberkrebs. Ihr Ziel ist es, hochsensitive und spezifische Verfahren für die Krankheitsfrüherkennung zu entwickeln. Dazu gehört die Beurteilung und klinische Einführung von high-end Technologien, das heißt Geräten mit höchster Qualitätsstufe hinsichtlich ihrer technischen Leistungsfähigkeit. Ein Beispiel sind die neuesten Lösungen in der MRT. „Mittels neuester MRT-Techniken lassen sich beispielsweise diagnostische Fehlerquellen wie Artefakte durch die Atmung oder Bewegungen des Patienten minimieren“, so Attenberger.

Mit KI zur maßgeschneiderten Therapie

Verfahren der künstlichen Intelligenz (KI) hat Attenberger besonders im Blick. Damit will sie Bild-, klinische und molekulare Daten zusammen bewerten. Dies soll unter anderem zur Charakterisierung von Tumoren und zur Beurteilung von Therapieerfolgen genutzt werden. „Wir wollen so in Zukunft prognostische Marker ableiten, um voraussagen zu können, ob der Patient auf die Behandlung anspricht und wie lang sein Überleben ist. Ziel ist eine maßgeschneiderte Therapie auf Basis dieser Daten“, sagt Attenberger. Dafür setzt die neue Klinikdirektorin auf Kooperationen mit externen IT-Spezialisten sowie auf eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Kliniken und Einrichtungen des Universitätsklinikums Bonn, dem DZNE, der Mathematischen Fakultät der Universität Bonn und der Bonner Fraunhofer-Instituten. „Ich passe mit meinen Themen genau hier rein“, sagt die neue Klinikdirektorin.

Frauen in Führungspositionen in der universitären Medizin noch selten

2016 wurde Attenberger als 'Anna-Fischer-Dückelmann'-Gastprofessorin an die Universität Zürich berufen: „Es geht um Rollenmodelle. Frauen in Führungspositionen im medizinischen Umfeld sollen ‚Normalität’ werden. Bei derzeit circa 67 Prozent weiblichen Medizinstudierenden können wir – nicht zuletzt mit Blick auf die Demographie – auf das weibliche Potential in den Kliniken nicht verzichten.“