Skoliose: Videorasterstereographie oder Röntgen?

Skoliose: Videorasterstereographie oder Röntgen?

Ob in der Verlaufskontrolle der idiopathischen Skoliose die strahlungsfreie Videorasterstereographie das Röntgen ersetzen kann, bleibt nach einem HTA-Bericht des IQWiG offen.

  • Datum:
    16.12.2019
  • Autor:
    J. Flintrop (mh/ktg)
  • Quelle:
    Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

Für die häufigen Untersuchungen des Rückens bei der idiopathischen Skoliose gibt es neben dem Röntgen auch eine strahlungsfreie Methode: die Videorasterstereographie. Im Auftrag des IQWiG haben Wissenschaftlerinnen der Universität Duisburg-Essen nun in einer Gesundheitstechnologiebewertung (Health Technology Assessment, HTA) untersucht, ob die Videorasterstereographie geeignet ist, das Röntgen in der Verlaufskontrolle zu ersetzen.

Die Wissenschaftlerinnen kommen zu dem Ergebnis, dass sich auf Basis der vorliegenden Studien nicht bewerten lässt, ob die Videorasterstereographie ein gleichwertiger Ersatz für das Röntgen ist. Für PatientInnen mit idiopathischer Skoliose wäre eine strahlungsfreie Untersuchung aber ein großer Vorteil. Deshalb sollten die offenen Fragen zum medizinischen Nutzen der Untersuchung durch geeignete Studien beantwortet werden.

Messwerte der beiden Verfahren stimmen nicht gut überein

Die Wissenschaftlerinnen konnten keine Studie identifizieren, die in einem direkten Vergleich untersuchte, welches der beiden bildgebenden Verfahren – Röntgen oder Videorasterstereographie – zu einer zuverlässigeren Verlaufskontrolle und anschließend auch zu besseren Behandlungsergebnissen führt. Die Recherchen führten lediglich zu vier Studien, die zeigen, dass die Messwerte zur Verkrümmung der Wirbelsäule zwischen Videorasterstereographie und Röntgen nicht gut übereinstimmen. Offen bleibt aber, ob die Abweichungen so groß sind, dass sie zu falschen Entscheidungen führen.

Keine Studien zum Kosten-Nutzen-Verhältnis

Es wurden auch keine Studien gefunden, in denen das Verhältnis der Kosten zum Nutzen untersucht wurde. Die Gesamtkosten für die Videorasterstereographie liegen bei rund 150 bis 200 EUR, von denen zwischen 105 bis 146 EUR von der Patientin oder dem Patienten selbst bezahlt werden müssen. Die Gesamtkosten des Röntgens in Höhe von knapp 70 EUR werden komplett von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.