Mit den Augen der Biene – Bildoptimierung in der Mammographie

Mit den Augen der Biene – Bildoptimierung in der Mammographie
Der Grazer Zoologe Manfred Hartbauer hat einen Algorithmus zur Bildoptimierung entwickelt – sein Vorbild: nachtaktive Bienen (© Uni Graz/Tzivanopoulos)

Ein „Bienenalgorithmus“ soll in der Mammographie helfen, Strahlendosis einzusparen.  

  • Datum:
    14.12.2017
  • Autor:
    G. Pichler (mh/ktg)
  • Quelle:
    Karl-Franzens-Universität Graz
Für eine innovative Bildverbesserungsmethode nutzt der Zoologe Prof. Dr. Manfred Hartbauer von der Universität Graz den Sehsinn nachtaktiver Bienen und des ‚Wiener Weinschwärmers‘, eines nachtaktiven Schmetterlings. Aufgrund der speziellen Anatomie ihrer Augen sehen diese Tiere bei Mond- und Sternenlicht ihre Umgebung und können unter diesen schlechten Lichtbedingungen auf Futtersuche gehen.

Herkömmliche Verbesserungsmethoden haben den Nachteil, dass das Sensorrauschen der Bilder nach der Bearbeitung verstärkt wird. Anders arbeitet der „Bienenalgorithmus“: Hier wird der Kontrast unterbelichteter Fotos angehoben und das Rauschen gleichzeitig vermindert – ohne dabei wertvolle Details zu verlieren. Ein direkter Vergleich mit mehreren derzeit verfügbaren Bildoptimierungsverfahren hat gezeigt, dass die Qualität eines mit dem Bienenalgorithmus bearbeiteten Fotos ähnlich oder sogar besser ist.

Anwendung in der Mammographie

Durch eine Kooperation mit KollegInnen von der Grazer Fachhochschule Joanneum und von der Klinischen Abteilung für Allgemeine Radiologische Diagnostik der Universitätsklinik Graz sollen hochauflösende Mammographiebilder auf einem programmierbaren Chip in zirka 0,5 Sekunden nachbearbeitet werden, erklärt Hartbauer. Dadurch kann laut ersten Tests mit einem Dummy die Röntgenstrahlung für die Brustkrebsvorsorge um bis zu 20 Prozent verringert werden. Und das bei gleichbleibender Bildqualität.