fMRT: LSD verändert die Hirnaktivität

fMRT: LSD verändert die Hirnaktivität

LSD reduziert die Aktivität der Amgydala, die für die Verarbeitung von negativen Emotionen wie Angst von zentraler Bedeutung ist.

  • Datum:
    10.04.2017
  • Autor:
    R. Caluori (mh/ktg)
  • Quelle:
    Universität Basel
Forschende der Universitären Psychiatrischen Kliniken und der Abteilung für Pharmakologie und Toxikologie des Universitätsspitals Basel haben die akute Wirkung von LSD auf das Gehirn untersucht. Dazu maßen sie die Gehirnaktivität zwanzig gesunder Personen nach Einnahme von 100 Mikrogramm LSD mittels funktioneller MRT. Die Probanden bekamen während der MRT Bilder von Gesichtern zu sehen, die verschiedene Gefühlslagen wie Wut, Freude oder Angst darstellten.

Prof. Stefan Borgwardt und sein Team konnten zeigen, dass die Darstellung von Angst unter LSD zu einer deutlich niedrigeren Aktivität der Amygdala führt – einer Hirnregion, von der man annimmt, dass sie zentral für die Verarbeitung von Emotionen ist. Diese Beobachtung könnte einen Teil der Veränderungen im emotionalen Erleben erklären, die nach der Einnahme von Halluzinogenen auftreten.

In einem zweiten Schritt untersuchten die Forscher gemeinsam mit klinischen Pharmakologen der Universität Basel, ob das durch LSD veränderte subjektive Erleben in Zusammenhang mit der Amgydala steht. Dies scheint der Fall zu sein: Je niedriger die LSD-induzierte Amygdala-Aktivität einer Person war, desto höher war der subjektive Drogeneffekt dieser Person.

„Diese ‚entängstigende‘ Wirkung könnte ein wichtiger Faktor für positive therapeutische Effekte darstellen“, so Dr. Felix Müller, Erstautor der jetzt in ‚Translational Psychiatry‘ veröffentlichten Studie. Die Basler Wissenschaftler gehen davon aus, dass Halluzinogene noch zahlreiche weitere Veränderungen der Hirnaktivitäten hervorrufen. Weitere Studien sollten diese besonders im Hinblick auf ihr therapeutisches Potenzial untersuchen.