TAVI: Risikopatienten für paravalvuläre Leckage identifizieren

TAVI: Risikopatienten für paravalvuläre Leckage identifizieren

Eine Bewertung der Risikofaktoren für paravalvuläres Leck nach TAVI hilft die Risikopatienten präoperativ besser identifizieren.

  • Datum:
    13.05.2019
  • Autor:
    B. Siegler (mh/ktg)
  • Quelle:
    Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Standort Nürnberg

Die Transkatheter-Aortenklappenimplantation (TAVI) ist eine Routineoperation, die bei rund 15 Prozent der Patienten zu paravalvulären Lecks (PVL) führt. Diese sind mit einer erhöhten Sterblichkeit im Follow-up verbunden. Dabei spielt die Verkalkung der Aortenklappe eine wichtige Rolle.

In seiner Studie 'Risikofaktoren für paravalvuläres Leck nach kathetergestützen Aortenklappenersatz' hat Dr. Francesco Pollari, Universitätsklinik der Paracelsus medizinischen Privatuniversität, Klinikum Nürnberg, die Kalklast bei insgesamt 539 Patienten analysiert. Ziel der Studie war es, die Risikofaktoren für PVL nach TAVI in einer großen Einzelzentrum-Kohorte unter Berücksichtigung klinischer und prozeduraler Faktoren sowie des Kalziumvolumens) zu bewerten.

Dafür wurden rückwirkend präoperative kontrastmittelverstärkte MDCT-Scans von Patienten analysiert. Die Kalklast wurde sowohl für jede Klappentasche (rechte, linke und akoronare) in der Aortenklappe (AV) als auch in der linksventrikulären Ausflussbahn (LVOT) und in der Device-Landungszone (DLZ) berechnet.

Die Studie zeigt, dass die Kalklast der Aortenklappe mit der Häufigkeit paravalvulärer Lecks nach TAVI assoziiert ist. Das Risiko steigt um 8 Prozent je 100 mm³ Kalklast. Das Ergebnis ist auch klinisch relevant: Unter Berücksichtigung der Verkalkung scheint die ballon-expandierbare Prothese Sapien3 mit einer geringeren Inzidenz paravalvulärer Lecks assoziiert zu sein.

Für die Studie wurde Pollari mit dem Förderpreis der Dr. Hans und Dr. Elisabeth Birkner Stiftung ausgezeichnet. Mit dem Preis werden jährlich wissenschaftliche Arbeiten mit großer klinischer Bedeutung sowie Innovationen im Bereich der Chirurgie ausgezeichnet.

Zur Originalpublikation in: The Journal of Thoracic and Cardiovascular Surgery