Update der Leitlinien Herzklappenerkrankungen: TAVI weiter etabliert

Update der Leitlinien Herzklappenerkrankungen: TAVI weiter etabliert

Die kathetergestützte Aortenklappenersatz mittels TAVI wurde in großen Studien mit herzchirurgischen Eingriffen verglichen. Die positiven Ergebnisse fließen jetzt in neue Behandlungsempfehlungen ein.

  • Datum:
    16.10.2017
  • Autor:
    E. Fleck (mh/ktg)
  • Quelle:
    Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DKG) - Herz- und Kreislaufforschung e.V.

Bei Patienten mit Aortenklappen-Stenose besteht seit einigen Jahren die Möglichkeit, mithilfe einer Transkatheter-Aortenklappen-Implantation (TAVI) eine künstliche Klappe einzusetzen. Das erfolgt schonend und wenig eingreifend mittels eines Herzkatheters über die Leiste. Somit steht auch Patienten, für die ein herzchirurgischer Eingriff zu riskant ist, eine effektive Behandlungsmethode zur Verfügung. Wurden in Deutschland 2008 noch 637 TAVI-Prozeduren durchgeführt, so waren es 2015 bereits mehr als 13.100.

Vorteile nicht nur für Risikopatienten

War die TAVI ursprünglich eine Option vor allem für Klappenpatienten, für die ein chirurgischer Eingriff zu riskant war, so ist mittlerweile auch ein Nutzen bei geringerem Risiko belegt. In den neuen Leitlinien der Europäischen Kardiologiegesellschaft ESC wird jetzt anhand der Studienlage beschrieben, für welche Patienten die jeweilige Methode besser geeignet ist, welche Qualifikationen erforderlich sind und welche Voraussetzungen Herzzentren erfüllen sollten, wenn sie TAVI anwenden.

Standards für Diagnostik und Therapie

Die neuen Leitlinien fordern auch standardisierte Abläufe in Diagnostik und Therapie, berichtet Prof. Dr. Albrecht Elsässer, Vorsitzender der AG Interventionelle Kardiologie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie: „Die Algorithmen zur Entscheidungsfindung müssen klar definiert sein. Im Bereich der Bildgebung wird der routinemäßige Einsatz modernster Verfahren – von der 3D-Echokardiographie über Herz-CT und -MRT bis gegebenenfalls zu nuklearmedizinischen Verfahren – gefordert. Zudem sollten alle Daten bezüglich der Eingriffe gesammelt und hinsichtlich Mortalität und Komplikation regelmäßig bewertet werden.“ Alle Ergebnisse sollen außerdem durch Eingabe in nationale und europäische Datenbanken transparent im Sinne der Qualitätskontrolle sein.