Niedriggradiges Gliom (fibrilläres Astrozytom WHO II) nach Strahlentherapie: Rezidiv oder Radionekrose?

Patienteninformation und Anamnese

Männlicher Patient, 29 Jahre alt, Gewicht 85kg, anamnestisch Teilresektion eines rechtstemporalen fibrillären Astrozytoms vor einem Jahr, gefolgt von Strahlentherapie. Eine Gadovist®-verstärkte MRT war zur Differentialdiagnose Strahlennekrose versus Rezidiv indiziert.

MRT-Befund

Im linken Temporallapen stellt sich eine ringförmig anreichernde Struktur dar. Die Perfusionsbildgebung zeigte hohe CBV- und KtransWerte im peripheren Rand der Läsion. Dies weist auf ein Glioblastoma multiforme hin.

Diagnose

Rezidiv des Neoplasmas.

Behandlung und Ergebnis

Second-Line-Chemotherapie oder erneute Operation; die Perfusionsbildgebung ändert nichts an der Behandlung, da die Chemotherapie bereits unter dem Verdacht eines Rezidivs begonnen wurde; der Patient zeigte weitere Progression während der Chemotherapie, was auf eine aggressivere Erkrankung hinweist.

Pathologie nachgewiesen?

Nein, nachgewiesen bei den Verlausfskontrollen.

Take-home Message

MR-Perfusionsbildgebung ermöglicht es, zwischen einem Tumorrezidiv und einem Strahlenschaden zu unterscheiden.

Injektionsprotokoll
Injektionssystem MEDRAD® Spectris Solaris EP
Volumen (ml) Flussrate (ml/s)
Gadovist® 10 5
NaCl 20 5
MR-Einheit und Spulen
MR-Scanner Philips Intera
Feldstärke (T) 3
Spulen 8 Kanal
Technische Daten – Sequenzen und Parameter
Sequenz(en) Gadovist®
Sequenzgewichtung und Name T2*-GRE
TR (ms) 1.500
TE (ms) 40
FA (°) 75
FOV (mm) 230 × 230
Matrix (Pixel) 96 × 77
Schichtdicke 5
Akquisitionszeit (min) 2:04