State of the art: Die Bildgebung des Pankreaskarzinoms

State of the art: Die Bildgebung des Pankreaskarzinoms

Für die Diagnose und das Staging des Adenokarzinoms der Bauchspeicheldrüse stehen eine Reihe bildgebender Verfahren zur Verfügung. Eric Peter Tamm von der University of Texas in Houston und Kollegen haben den aktuellen Stand zusammengetragen.

  • Datum:
    30.09.2013 0 Kommentare
  • Journal:
    WJR 2013; 28(3):98-105
  • Titel:
    Imaging of pancreatic ductal adenocarcinoma: State of the art
  • Autor:
    Tamm PE et al.
    Zur Originalstudie
Pankreaskarzinome gehören zu den weltweit häufigsten tödlichen Tumoren. Grund ist, dass die Bauchspeicheldrüse in unmittelbarer Nähe der großen Bauchgefäße liegt. So kommt es früh zu einer karzinomatösen Infiltration wichtiger Strukturen. Das mittlere Überleben liegt bei sechs Monaten nach Diagnosestellung.
Diagnostik
In der Regel führen abdominelle Schmerzen mit einer Gelbsucht und/oder einem Gewichtsverlust den Patienten zum Arzt. Die erste Untersuchung ist dann meist der Ultraschall. Mit ihm lassen sich Pankreastumoren jedoch oft nur unzureichend darstellen.
Mit der endoskopischen retrograden Cholangiopankreatikographie (ERCP) lassen sich im nächsten Schritt mögliche biliäre Engstellen durch Einlage eines Stents oder Dilatation beheben. Die ERCP hat jedoch den Nachteil, dass sie die Beurteilung in anschließenden Untersuchungen wie CT, MRT oder Ultraschall beeinträchtigen kann.
In vielen Instituten ist heute die Multidetektor-CT (MDCT) die Bildgebung der ersten Wahl bei Verdacht auf Pankreaskarzinom. Die Leitlinie des National Comprehensive Cancer Network empfiehlt Aufnahmen vor und nach Kontrastmittelgabe – während des maximalen Enhancements im Pankreasparenchym und in der venösen Phase ebenfalls während des maximalen Leberenhancements. Auf den Aufnahmen der Frühphase lässt sich die Läsion detektieren, die späteren Phasen zeigen das Tumorwachstum in den venösen Strukturen sowie potentiell vorhandene Lebermetastasen. 
Verhält sich der Tumor in beiden isointens, können sowohl ein endoskopischer Ultraschall (EUS) als auch die MRT oder eine PET/CT als nächster Schritt sinnvoll sein. 
Die MRT bietet einen besseren Weichteilkontrast als die CT und mit der Diffusions-MRT lässt sich wahrscheinlich eine chronische Pankreatitis besser von einem malignen Tumor abgrenzen. 
Die kombinierte PET/CT zeigte in einer Studie vergleichbare Detektionsraten zur alleinigen CT. Sie spielt bei der Diagnostik des Pankreaskarzinoms trotzdem eher eine untergeordnete Rolle.
Tamm fasst die Stufendiagnostik im eigenen Institut kurz zusammen: Zuerst MDCT oder MRT, danach eventuell eine EUS mit Feinnadelbiopsie.
Staging
Sowohl die Abklärung einer vaskuläre Beteiligung als auch die Abklärung von Fernmetastasen erfolgt heute meist mittels CT oder MRT.
Sehr kleine Absiedelungen entziehen sich jedoch diesen Verfahren. Dann erhöht beispielsweise eine invasive Laparoskopie die Detektion peritonealer Infiltrationen.     
Manche Studien legen nahe, dass sich Metastasen in der PET/CT mit Kontrastmittel besser erkennen lassen als mit der CT. Erstere sollte daher stärker ins Staging einbezogen werden. 

ch/ktg
30.09.2013

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