Quantitative MRT der Leber

Quantitative MRT der Leber

Welche Verfahren sich zur Quantifizierung von Fett, Eisen und Fibrose der Leber sich besonders gut eignen, referierte Scott Reeder, University of Wisconsin.

  • Präsentationstag:
    18.01.2019 0 Kommentare
  • Autor:
    mh/ktg
  • Sprecher:
    Scott B. Reeder, University of Wisconsin, USA
  • Quelle:
    Internationales MRT Symposium 2019

Fett-Quantifizierung

Das pathologische Spektrum der nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD, nonalcoholic fatty liver disease) reicht von erhöhtem Fettanteil in der Leber über Entzündungen bis zur Fibrose und Zirrhose. Alle NAFLD haben das Potenzial, sich zu einem hepatozellulären Karzinom (HCC) weiterzuentwickeln.

Die Biopsie ist für die Quantifizierung des Fettanteils in der Leber nicht geeignet, sagte Scott Reeder, University of Wisconsin, denn sie ist nicht nur teuer und mit Risiken verbunden, sondern auch anfällig für fehlerhafte Gewebeentnahmen.

Zur Quantifizierung von Fett in der Leber empfahl Reeder die Multi-Echo Chemical-Shift-kodierte MRT. Yokoo et al. (Radiology 2018) zeigten in ihrer Metaanalyse, dass sich anhand dieser Technik zuverlässig Maps der Protonendichte-Fett-Fraktion und R2*-Maps anfertigen lassen. Eine aktuelle Arbeit aus Deutschland dazu lieferten auch Kühn et al. (Radiology 2017) mit ihrer populationsbasierten Study of Health in Pomerania (SHIP).

Eisen-Quantifizierung

Zwei Faktoren sind am häufigsten ursächlich für eine erhöhten Eisengehalt in der Leber: die hereditäre Hämochromatose und die Hämosiderose. Eine Eisenüberladung der Leber kann diese schädigen und zu Einschränkungen der Pankreasfunktion führen.

Zur Quantifizierung des Eisengehalts eignen sich drei Methoden:

  • R2*-gewichtete Bildgebung mit Signalintensitäts-Ratios
  • R2-Mapping (R2 = 1/T2). „Das Verfahren ist gut validiert und in den meisten Ländern zugelassen“, so Reeder. Allerdings sei es mit 20 Minuten Scandauer zeitaufwendig und teuer.
  • R2*-Mapping (R2* = 1/T2*). Das Verfahren ist sehr sensitiv und schnell – Daten für die gesamte Leber lassen sich in einem einzigen Atemanhalt von 15-20 Sekunden akquirieren. Veränderungen des Eisengehalts unter Therapie lassen sich gut darstellen.

Fibrose-Quantifizierung

Die Quantifizierung der Fibrosierung der Leber ist klinisch von großer Bedeutung. Als geeignetes Mittel empfahl Reeder die MR-Elastographie. Dabei wird das Gewebe mit niederfrequenten Schallwellen angeregt, und die Reaktion des Gewebes mittels MRT gemessen. Die Steifheit des Lebergewebes gilt als gut validierter Biomarker für die Leberfibrose (Yin et al. Clin Gastroenterol & Hepatol 2007).

Die MR-Elastographie eignet sich auch dazu, Patienten zu identifizieren, die für die kostenintensive Hepatitis-C-Therapie mit Harvoni in Betracht kommen.

Referenzen

Kühn JP et al.
Prevalence of Fatty Liver Disease and Hepatic Iron Overload in a Northeastern German Population by Using Quantitative MR Imaging.
Radiology 2017 Sep;284(3):706-716

Yokoo T et al.
Linearity, Bias, and Precision of Hepatic Proton Density Fat Fraction Measurements by Using MR Imaging: A Meta-Analysis.
Radiology 2018 Feb;286(2):486-498

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