neuroRAD 2018 – Aneurysma-Rezidiv-Diagnostik per Black-Blood MRT

neuroRAD 2018 – Aneurysma-Rezidiv-Diagnostik per Black-Blood MRT

Ein Nachteil des Coilings zur Behandlung eines Aneurysmas ist das Rezidiv. Eine T1 Black-Blood Sequenz kann auch kleine Einblutungen nachweisen, so das Ergebnis einer ersten Machbarkeitstudie.

  • Präsentationstag:
    05.10.2018 0 Kommentare
  • Autor:
    kf/ktg
  • Sprecher:
    Samer Elsheik, Universität Freiburg
  • Quelle:
    neuroRAD 2018

„Der Heilungsprozess nach dem Coiling ähnelt dem einer Entzündung“, sagte Samer Elsheik, Universität Freiburg. Dann komme es zu einer kompletten Endothelialisierung der Aneurysmabasis. Bis zu einem Jahr könne diese Heilung dauern. Aber auch danach müsse weiter mit einem Rezidiv gerechnet werden, was entsprechenden Follow-Up erfordere.

Black Blood T1

Elsheik und Kollegen haben mit einer prospektiven Machbarkeitsstudie die erste von drei Stufen der Evaluation eines nichtinvasiven Verfahrens zur Rezidiverkennung genommen. „Wir wollen am Ende auch sehen, ob wir so die Stabilität des Behandlungsergebnisses vorhersagen können“, erläuterte Elsheik. Dazu nutzten sie eine MR-Technik, die routinemäßig zur Darstellung arterieller Dissektionen genutzt wird und die den Blutfluss dunkel abbildet, also als „Black Blood“.

Das Protokoll

Das Freiburger Team hat sein ein Standard-Vaskulitis-Protokoll als Basis verwendet. Neben T1w Black-Blood-Bildern vor und nach Gabe Gadolinium-basierten Kontrastmittels akquirierten sie eine sagittale 3D T1-space Black-Blood-Sequenz und eine Flash 3D koronale und zeitaufgelöste MRA-Sequenz. „Das Protokoll dauert relativ lang – zusätzlich zum Standard haben wir weitere dreißig Minuten gebraucht“, kommentierte Elsheik.

Die Ergebnisse

Insgesamt waren 31 Patienten zwischen 33 und 77 Jahren (mittleres Alter 54 Jahre) Teil der Studie. 20 Teilnehmende waren Frauen. Einer der Patienten brach die Untersuchung vor Kontrastmittelgabe ab. Sieben der restlichen 30 Teilnehmenden hatten Stents erhalten.

Bei 28 Patienten zeigte sich eine gute diagnostische Bildqualität. Die häufigsten Aneurysma-Lokalisationen waren die Arteria communicans anterior und die A. communicans posterior. Kontrastmittel-Enhancement war in 77% der Fälle trotz Aneurysma-Behandlung zu sehen, im Mittel 943 Tage nach Behandlung, wobei die früheste Anreicherung bereits 87 Tage nach Behandlung auftrat, die späteste erst nach 14 Jahren. In 17 Fällen war die Anreicherung im Aneurysmasack zu sehen, in acht Fällen an der Aneurysmawand und in sechs Fällen an der Basis.

Die metallhaltigen Implantate beeinträchtigten die Bildqualität nicht oder nur wenig. Bei keinem der Patienten kam es zu unerwünschten Kontrastmittelwirkungen. Die Compliance der Patienten war gut. „Die Methode ist also gut machbar“, resümierte Elsheik.

Der klinische Impact?

Die Frage nach der klinischen Konsequenz der Studie zog sich durch die Diskussion. Ein Zuhörer wollte wissen, ob beispielsweise die Art des Coils Einfluss auf das Enhancement habe. „Uns ging es zunächst um die Machbarkeit, aber inwieweit Behandlungsart, Coiltyp oder Packungsdichte Einfluss auf die Kontrastmittelanreicherung nehmen, werden wir noch untersuchen“, erklärte Elsheik.

Ob die Untersuchungszeit noch abgekürzt werden könne, wollte ein anderer Zuhörer wissen. Elsheik geht davon aus, dass diese Möglichkeiten besteht, allerdings sei der Ansatz momentan sinnvoll: „Solange wir noch im Forschungsstadium sind, versuchen wir zum Beispiel anhand der Anatomie die Ebenen zu bestimmen und alles so gründlich wie möglich darzustellen.“

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