neuroRAD 2018 – Bedeutung hirninvasiver Meningeome

neuroRAD 2018 – Bedeutung hirninvasiver Meningeome

Hirninvasives Wachstum ist selten, aber relevant für Operation und Grading. Die präoperative MR-Bildgebung gibt wichtige Hinweise.

  • Präsentationstag:
    05.10.2018 0 Kommentare
  • Autor:
    ch/ktg
  • Sprecher:
    Alborz Adeli, Universitätsklinikum Münster
  • Quelle:
    neuroRAD 2018

Wächst ein Meningeom ins angrenzende Hirnparenchym, also hirninvasiv, spricht man von einem atypischen Grad II Meningeom. „Fingerartige Tumorausläufer sind dabei häufig“, erklärt Alborz Adeli vom Universitätsklinikum Münster. Hirninvasion ist mit einer schlechten Prognose assoziiert.

Adeli stellte eine Studie vor, in die Daten von 410 PatientInnen eingingen, die zwischen 1991 und 2015 an einem Meningeom operiert worden waren. Ziel war es, Häufigkeit und Relevanz einer Hirninvasion zu beurteilen.

Methode

Die AutorInnen beurteilten folgende MR-Parameter:

  • Tumorlokalisation
  • Kontrastmittel-Enhancement (homogen/heterogen)
  • Kapsel-Enhancement

Ergebnisse

Nur bei 14 PatientInnen zeigte sich ein hirninvasives Wachstum. Dies entspricht einer Häufigkeit von etwa drei Prozent.

Irreguläres Tumorwachstum sowie heterogenes Kontrastmittel-Enhancement und peritumorales Ödem korrelierten mit einem hirninvasiven Wachstum.

In der multivariaten Analyse zeigten sich nur irreguläres Tumorwachstum und peritumorales Ödem als unabhängige Prädiktoren eines hirninvasiven Meningeoms.

Fazit

Meningeome wachsen nur selten hirninvasiv. In der MRT sprechen irreguläre Tumorform, heterogene Kontrastmittelaufnahme und größeres Ödem für eine Hirninvasion. Der Befund spricht für eine schlechte Prognose und beeinflusst das operative Vorgehen.

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