neuroRAD 2018 – Können MR-Läsionsformen die Konversion von CIS in MS vorhersagen?

neuroRAD 2018 – Können MR-Läsionsformen die Konversion von CIS in MS vorhersagen?

Welche Patienten mit klinisch isoliertem Syndrom (CIS) eine manifeste Multiple Sklerose (MS) entwickeln, lässt sich nur schwer prognostizieren. Ein neuer Ansatz, der auf der Analyse der Form potenzieller MS-Läsionen basiert, bietet Ansatzpunkte.

  • Präsentationstag:
    05.10.2018 0 Kommentare
  • Autor:
    kf/ktg
  • Sprecher:
    Heike Zhang, LMU München
  • Quelle:
    neuroRAD 2018

Das CIS als neurologische Funktionsstörung lässt sich auf ein demyelinisierendes beziehungsweise inflammatorisches Ereignis zurückführen. Für viele MS-Patienten ist es das erste Ereignis der Erkrankung. Allerdings erkrankt die Mehrzahl der CIS-Patienten nicht an MS.

Die Vorhersage des Verlaufs – MS ja oder nein – ist vor allem wichtig für Patienten, die eine verlaufsmodifizierende Therapie wie Glatirameracetat oder Interferon benötigen.

„Wir wollten in unserem Projekt herausfinden, inwieweit man diese Vorhersage anhand radiologischer Zeichen treffen kann“, so Heike Zhang, LMU München.

Form ist besser als Intensität

Zhang und Kollegen nutzten die Krankheitsverläufe von 84 Patienten, um drei Vorhersagemodelle zu vergleichen. Ein formbasiertes und ein intensitätsbasiertes Modell sowie die McDonald-Kriterien von 2010. Die ersten beiden Modelle basieren auf einer Machine-Learning-Methode, dem ‚oblique Random Forst’ Modell (oRF). Dahinter steckt ein Algorithmus, der mit Hilfe nicht-korrelierter Entscheidungsbäume lernt. Die Modelle wurden dreifach crossvalidiert.

Die diagnostische Genauigkeit – also wird CIS zu MS? – war bei dem formbasierten Modell mit 0,85 (0,75-0,91) am höchsten, gefolgt von dem auf den McDonald-Kriterien basierenden Modell mit 0,79 (0,68-0,87). Das intensitätsbasierte Modell kam nur auf einen Wert von 0,62 (0,51-0,72). „Das intensitätsbasierte Modell konnte nicht überzeugen“, so Zhang. Das formbasierte Modell hingegen schnitt auch bei der Balanced Accuracy am besten ab.

„Größere, in die Länge gestreckte, wenig kugelige Läsionen sprachen eher für die MS, während kleine, eher runde Läsionen auf das CIS ohne weiteren Verlauf hindeuteten“, erläuterte Zhang.

Das Münchner Team vermutet, dass unterschiedliche Ätiologien die Form bedingen. Läsionen entsprechend der Dawson-Finger-Konfiguration, die eher länglich imponieren, könnten inflammatorischer Genese sein. “Wir vermuten, dass die Läsionen entlang venöser Gefäße entstehen“, so Zhang. Sie sind eher bei einer Konversion zur MS zu sehen. Für die kleinen runden Läsionen vermutet das Team eine andere Ätiologie. Um welche es sich dabei handeln könnte, sei allerdings bisher unklar, so Zhang.

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