MR-geführte Radioablation bei lebensbedrohlicher Herzrhythmusstörung

MR-geführte Radioablation bei lebensbedrohlicher Herzrhythmusstörung
Unter MRI Bildgebung wurde der betroffene Anteil des Herzmuskels gezielt bestrahlt (in Farbe). ©Universitätsspital Zürich

Weltweit erstmals ist es am Universitätsspital Zürich gelungen, einen Patienten mit lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen mit einer MR-geführten Radioablation erfolgreich zu behandeln.

  • Datum:
    13.05.2019
  • Autor:
    N. Plüss (mh/ktg)
  • Quelle:
    Universitätsspital Zürich

Seit April 2019 können in der Klinik für Radio-Onkologie am Universitätsspital Zürich Patienten an einem MRI-Linac-Gerät behandelt werden. "Mit diesem Linearbeschleuniger können wir vor und während der Bestrahlung durch MR-Bildgebung jedes Ziel im Körper eines Patienten verfolgen und die Bestrahlung in Echtzeit steuern und anpassen", erklärt Dr. Tanadini-Lang, leitende Physikerin der Klinik für Radio-Onkologie. Die Bestrahlung kann damit noch präziser erfolgen.

MRI-Linac – eigentlich für die Onkologie entwickelt

"Ursprünglich wurde diese neue Technologie für die Krebsbehandlung entwickelt", erklärt Prof. Matthias Guckenberger, Direktor der Klinik für Radio-Onkologie. "In einem Kooperationsprojekt der Klinik für Kardiologie, des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und der Klinik für Radio-Onkologie wurde die MRI-Linac-Technologie am USZ nun erstmals für eine sogenannte Radioablation zur Behandlung eines Patienten mit wiederkehrenden, lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen eingesetzt." Bei diesem Verfahren wird das für die Rhythmusstörung verantwortliche Areal des Herzmuskels gezielt bestrahlt.

Alle anderen Optionen waren ausgeschöpft

Der schwer herzkranke Patient hatte zuvor bereits intensive, aber erfolglose Therapien erhalten. "Trotz intensiver medikamentöser Therapie und mehrmaligen minimal-invasiven und chirurgischen Katheterablationen konnten die Rhythmusstörungen bisher nicht verhindert werden. Aufgrund der komplexen Rhythmusstörung und der Voreingriffe waren weitere invasive Verfahren nicht sinnvoll. Wir benötigten bei diesem Patienten einen neuen, innovativen Therapieansatz", so Dr. Ardan Saguner, Oberarzt der Klinik für Kardiologie. Die MRI-Linac-Technologie war bei diesem Patienten Voraussetzung dafür, dass eine Radioablation mit der notwendigen Präzision sicher durchgeführt werden konnte. Die lebensgefährlichen Rhythmusstörungen wurden durch die Radioablation gestoppt. Der Patient konnte inzwischen ohne Rhythmusstörungen nach Hause entlassen werden.

Derzeit handelt es sich bei dieser Behandlung noch um ein experimentelles Verfahren, das gezielt in größeren klinischen Studien auch in Bezug auf seine langfristige Wirksamkeit weiter untersucht werden muss.