Mobile MRTs für ländlichen Raum geplant

Mobile MRTs für ländlichen Raum geplant

Mobile MRT-Einheiten und Telemedizin sollen kardiale MRT-Untersuchungen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern auch in ländlichen Regionen möglich machen.

  • Datum:
    17.11.2019
  • Autor:
    C. Maier (mh/ktg)
  • Quelle:
    Deutsches Herzzentrum Berlin

Der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) fördert das 'Herz-Check'-Projekt unter medizinischer Leitung des Deutschen Herzzentrums Berlin (DHZB) mit über sieben Millionen Euro.

Hausarzt und Patient sollen Bedarf feststellen

Zunächst sollen Versicherte der AOK Nordost sowie niedergelassene Haus- und Fachärzte in der Region über die Möglichkeit und die Vorteile der Früherkennung von asymptomatischer Herzinsuffizienz informiert werden. Die Idee: über eine Website können Hausärzte das Risiko einer unentdeckten Herzinsuffizienz für ihre Patienten anhand etablierter Bewertungsverfahren unkompliziert festlegen. Das ist auch für die Patienten selbst möglich.

Stellen der Hausarzt oder der Patient selbst ein erhöhtes Risiko fest, kann online ein Termin für eine mobile MRT-Untersuchung in der Nähe des Wohnorts vereinbart werden.

Die mobilen MRT-Einheiten können an regionalen Kliniken oder ambulanten Einrichtungen wie Ärztehäusern aufgestellt werden. Vor Ort befindet sich medizintechnisches Personal, das die MRT-Untersuchung sicher und zuverlässig durchführen kann. Sie dauert nur etwa zehn Minuten.

Die Anwesenheit eines Facharztes ist dabei nicht notwendig. Denn die Untersuchungsdaten werden unter Beachtung aller Datenschutz-Vorgaben online an ein 'telemedizinisches Expertenzentrum' übermittelt und dort durch ein geschultes Fachärzteteam ausgewertet.

Ergeben MRT- und Laborbefund Handlungsbedarf, werden die Patienten je nach Schweregrad des Befundes in vordefinierte Behandlungspfade eingeteilt. Gemeinsam mit den behandelnden Ärzten vor Ort werden die notwendigen weiteren ambulanten oder stationären Maßnahmen der Therapie festgelegt. Das Team des Expertenzentrums steht über die gesamte Behandlungsdauer als Ansprechpartner für die Ärzte vor Ort zur Verfügung.

Start im Herbst 2020

Das 'Herz-Check'-Projekt wird über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert. Davon entfallen etwa sechs Monate auf die Vorbereitung und 24 Monate auf die Durchführung der Untersuchungen in den mobilen MRT-Einheiten. Derzeit ist geplant, im Herbst 2020 die ersten Patienten untersuchen zu können.

Wissenschaftliche Erfolgskontrolle

Ein Jahr nach der Erstuntersuchung werden die Patientinnen und Patienten mit auffälligem Befund im Rahmen des 'Herz-Check'-Projekts erneut untersucht, so dass ihr gesundheitlicher Zustand und der Erfolg der früh einsetzenden Therapie bewertet und abgeglichen werden können. Die dabei – und bereits im gesamten Projektverlauf – gewonnen Daten werden vom Institut für Biometrie und Klinische Epidemiologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin evaluiert. Dabei werden auch durch das Projekt erzielte Kosteneinsparungen gemessen.

Medizinischer und wirtschaftlicher Nutzen

Das mit dem Herz-Check angestrebte Patientenscreening kann gefährdete Patienten sehr früh identifizieren und sie ohne Verzögerung einer effektiven weiteren Diagnostik und Prognose verbessernden Prävention/Therapie zuführen. Langfristig wird angestrebt, die Untersuchungskosten pro Patient auf unter 300 Euro zu senken. Damit können hohe Folgekosten, die bei einer erst spät diagnostizierten Herzinsuffizienz entstehen, durch frühe Erkennung der Krankheit deutlich gesenkt oder vermieden werden.