10,5 Millionen Euro für Forschung zum Schutz der Niere

10,5 Millionen Euro für Forschung zum Schutz der Niere
Nieren-Glomerulus aus circa 30 verzweigten Kapillarschlingen

Im neuen DFG-Sonderforschungsbereich „Nephroprotektion“ sollen minderperfundierte Regionen und entzündliche Prozesse in der Niere mittels MRT genauer untersucht werden.

  • Datum:
    06.12.2018
  • Autor:
    M. Zingl (mh/ktg)
  • Quelle:
    Charité – Universitätsmedizin Berlin

Etwa jeder zehnte Deutsche leidet an chronischer Niereninsuffizienz, Tendenz steigend. In der schwersten Ausprägung macht die Krankheit eine dauerhafte Dialyse oder Nierentransplantation nötig. Unter Leitung der Charité – Universitätsmedizin Berlin wollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Berliner Institutionen die Entstehung des Nierenversagens genauer ergründen und neue Therapieansätze entwickeln.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat jetzt den Sonderforschungsbereich „Nephroprotektion“ bewilligt und unterstützt das Forschungsvorhaben für vier Jahre mit rund 10,5 Millionen Euro.

„Für Patientinnen und Patienten mit solchen Nierenerkrankungen wollen wir maßgeschneiderte Therapien entwickeln“, erklärt Prof. Dr. Pontus Persson, Direktor des Instituts für Vegetative Physiologie der Charité. „Dafür müssen wir zunächst untersuchen, welche Vorgänge im Körper auf molekularer Ebene zu einer Nierenschädigung führen.“ Unter der Sprecherschaft von Prof. Persson werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Fachbereiche und Institute der Charité, des Berlin Institute of Health, des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin und des Leibniz-Forschungsinstituts für Molekulare Pharmakologie im Rahmen des neuen Sonderforschungsbereichs die einer Nierenschädigung zugrunde liegenden Signalwege erforschen.

Dafür planen sie unter anderem, die dreidimensionale Struktur wichtiger Proteine zu bestimmen und mittels MRT minderperfundierte Regionen und entzündliche Prozesse in der Niere sichtbar zu machen. Die Grundlagenforschung auf Ebene von Zellen und Geweben sowie im Tiermodell soll schließlich dabei helfen, neue Therapieansätze zu entwickeln, die das Entstehen oder Fortschreiten einer Nierenschädigung zielgerichtet verhindern. Hat sich ein Behandlungsansatz als vielversprechend erwiesen, soll dieser in klinischen Studien weiter untersucht werden.