ACR-Dosisdaten pädiatrischer CT-Untersuchungen

ACR-Dosisdaten pädiatrischer CT-Untersuchungen

Pädiatrische CT-Dosis-Daten aus dem zentralen Dosisregister des American College of Radiology bieten eine Grundlage für die Entwicklung US-amerikanischer, pädiatrischer diagnostischer Referenzwerte (DRLs).

  • Datum:
    11.10.2018 0 Kommentare
  • Journal:
    AJR 2018 Mar;210(3):641-647
  • Titel:
    Using the American College of Radiology Dose Index Registry to Evaluate Practice Patterns and Radiation Dose Estimates of Pediatric Body CT.
  • Autor:
    Wildman-Tobriner B et al.
    Zur Originalstudie

Kinder sind empfindlicher gegenüber ionisierender Strahlung als Erwachsene. In der Pädiatrie ist eine möglichst geringe Strahlendosis daher besonders wünschenswert. Benjamin Wildman-Tobriner, Duke University, Durham, North Carolina, und KollegInnen werteten pädiatrische Strahlenexpositionsdaten des American College of Radiology CT Dose Index Registry (ACR-DIR) aus. Dort tragen radiologische Institute auf freiwilliger Basis ihre CT-Untersuchungsdaten ein. Wildman-Tobriner et al. berechneten die durchschnittliche Strahlenexposition häufiger pädiatrischer Untersuchungen über die Jahre 2011 bis 2016.

Methode

Mehr als 410.000 pädiatrische CT-Untersuchungen gingen in die Auswertung ein. Betrachtet wurden CTs von Abdomen-Becken, Thorax und Schädel. Die AutorInnen berechneten den CT-Dosisindex (CTDIvol), das Dosis-Längen-Produkt (DLP) und die größenspezifische Dosisschätzung (SSDE) bei Abdomen-Becken- und Thorax-CTs. Sie stratifizierten die Ergebnisse unter anderem nach Untersuchungsart und Altersgruppe.

Ergebnisse

Insgesamt verzeichneten die AutorInnen eine starke Zunahme der CT-Untersuchungen über die Zeit. Die meisten CT-Untersuchungen wurden bei Jugendlichen zwischen 11 und 18 Jahren durchgeführt. Schädel-CTs waren am häufigsten in der Altersgruppe zwischen 15 und 18 Jahren angezeigt.

Insgesamt stieg die größenspezifische Dosisschätzung (SSDE) mit dem Alter der PatientInnen an. Durchschnittlich lag die SSDE bei Thoraxuntersuchungen um ein Drittel niedriger als bei Abdomen-Becken-CTs.

Obwohl aus dem ACR-DIR explizit nur Daten aus Single-Phase-Untersuchung abfragt wurden, war ein knappes Drittel der CT-Untersuchungen tatsächlich mit mehreren Phasen durchgeführt worden, was zu erhöhten Dosiswerten führte – zum Teil lag das DLP nahezu doppelt so hoch wie das einer Single-Phase-CT. 

Altersgruppe

Ø CTDIvol (mGy)

Ø DLP (mGy*cm)

Ø SSDE (mGy)

 

Abd-Becken / Thorax

Abd-Becken / Thorax

Abd-Becken / Thorax

0-2 Jahre

2,6 / 2,0

82,4 / 24,5

4,9 / 3,5

3-6 Jahre

3,2 / 2,2

116,5 / 32,5

5,7 / 3,6

7-10 Jahre

4,6 / 3,2

191,4 / 49,4

7,2 / 4,8

11-14 Jahre

7,2 / 5,2

342,0 / 87,9

9,8 / 6,7

15-18 Jahre

9,4 / 7,7

472,5 / 145,5

12,0 / 9,5

Ø (total)

7,5 / 5,1

357,0 / 189,2

10,0 / 6,7

Fazit

Wildman-Tobriner et al. erachten das ACR-DIR als wertvolle Datenquelle zur Analyse pädiatrischer CT-Dosisdaten. Die Daten könnten sinnvoll genutzt werden, um diagnostische Referenzwerte (DRLs) für die pädiatrische CT zu definieren. Die Autoren bemängeln jedoch, dass dem ACR-DIR keine Informationen über die Bildqualität angefügt werden können.

biho/ktg
11.10.2018

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