Corona-Update: Hygiene

Corona-Update: Hygiene

Wichtige Informationen zum Thema Hygiene in der Radiologie im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus

  • Datum:
    02.04.2020

Als zuverlässiger Partner steht Ihnen Bayer in dieser Krise zur Seite und unterstützt Sie bestmöglich bei der Bewältigung der Herausforderungen durch die COVID-19-Pandemie. Daher haben wir wichtige Informationen zum Thema Hygiene in der Radiologie im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus für Sie zusammengefasst.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) ist federführend in der Festlegung und Empfehlung geeigneter Hygienemaßnahmen. Hier können Sie sich informieren, welche Maßnahmen für Sie geeignet sind und angewendet werden sollten: Empfehlungen des RKI zu Hygienemaßnahmen im Rahmen der Behandlung und Pflege von Patienten mit einer Infektion durch SARS-CoV-2 

Angesichts der Entwicklungen bei COVID-19 gibt Bayer Informationen zur Reinigung und Desinfektion seiner Medizinprodukte heraus. Im Allgemeinen empfiehlt Bayer, die Anweisungen zu befolgen, die kürzlich im Journal des American College of Radiology, JACR, veröffentlicht wurden. Die Autoren empfehlen, Geräte entweder mit Seife und Wasser zu waschen oder mit einem Desinfektionsmittel mit niedrigem oder mittlerem Gehalt wie Iodophor-Keimtötungslösung, Ethylalkohol oder Isopropylalkohol zu dekontaminieren.

Die Standort- oder Abteilungsrichtlinien sollten festlegen, unter welchen Umständen eine Desinfektion erforderlich ist. Abhängig von den Screening-Verfahren, der Verwendung persönlicher Schutzausrüstung beim Umgang mit Geräten und der Exposition von Geräten / Einwegartikeln gegenüber der Umwelt. Wenn die erforderliche Flächendesinfektion durch den Standort bestimmt wird, stellt Bayer im unten beigefügten Dokument spezifische Anweisungen und getestete Desinfektions- / Reinigungsmittel auf Produktbasis zur Verfügung. Bitte beachten Sie die produktspezifischen Betriebsanleitungen, da die Verwendung einiger Desinfektionsmittel Teile des Einspritzsystems beschädigen kann und nicht verwendet werden sollte. Einwegartikel wurden nicht für die Desinfektion validiert und müssen daher entsorgt werden, wenn eine Desinfektion erforderlich ist. Für MEDRAD Intego Source Administration Sets sollte eine Bewertung vorgenommen werden, um den besten Kurs zu bestimmen, da Potenzial für eine übermäßige Strahlenexposition besteht und vor dem Entfernen des Sets berücksichtigt werden sollte.

Kooraki, Soheil, et al. "Coronavirus (COVID-19) outbreak: what the department of radiology should know." Journal of the American College of Radiology (2020).

Desinfektion und Reinigung

  • Zur Desinfektion sind Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit, mit dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren) anzuwenden. Mittel mit erweitertem Wirkbereich gegen Viren wie "begrenzt viruzid PLUS" oder "viruzid" können ebenfalls verwendet werden.
  • Tägliche Wischdesinfektion der patientennahen (Handkontakt-)Flächen (z. B. Nachttisch, Nassbereich, Türgriffe) mit einem Flächendesinfektionsmittel mit nachgewiesener, mindestens begrenzt viruzider Wirksamkeit (s. oben).
  • Medizinprodukte mit direktem Kontakt zum Patienten (z. B. EKG-Elektroden, Stethoskope, etc.) sind patientenbezogen zu verwenden oder nach jedem Patienten zu desinfizieren.

 Patientenversorgung, Schutzausrüstung und Händehygiene

  • Für die Versorgung von COVID-19-Patienten ist geschultes Personal erforderlich, das möglichst von der Versorgung anderer Patienten freigestellt wird.
  • Verwendung persönlicher Schutzausrüstung (PSA): Schutzkittel, Einweghandschuhe, dicht anliegende Atemschutzmaske (FFP2 bzw. FFP3 oder Respirator bei ausgeprägter Exposition gegenüber Aerosolen, z. B. bei Bronchoskopie oder anderen Tätigkeiten, bei denen Aerosole entstehen können) und Schutzbrille. *
  • Persönliche Schutzausrüstung (s. oben) vor Betreten des Patientenzimmers anlegen, und vor Verlassen der Schleuse/des Zimmers dort belassen.
  • Händehygiene: Die bekannten Indikationen für die Händehygiene (Händedesinfektion bzw. Handschuhwechsel) gemäß den 5 Momenten der Händehygiene beachten.
  • Händedesinfektion mit einem Desinfektionsmittel mit nachgewiesener, mindestens begrenzt viruzider Wirksamkeit nach Ausziehen der Handschuhe und vor Verlassen des Zimmers
  • Einweghandschuhe bzw. -kittel vor Verlassen des Zimmers bzw. der Schleuse in einem geschlossenen Behältnis entsorgen (s. Richtlinie der LAGA).
  • Beobachtung des Gesundheitszustandes des eingesetzten Personals

  • Organisatorische Aspekte der Lenkung von Patienten mit respiratorischen Symptomen vor Besuch der Praxis bzw. innerhalb der Praxis (s. hierzu auch die Informationen der KBV und des RKI)
  • Distanzierung von Patienten bei entsprechendem Verdacht (Unterbringung in einem separaten Bereich; Einhalten eines Abstandes von 2 Meter wann immer möglich)
  • Versorgung des Patienten mit einem Mund-Nase-Schutz (MNS), sofern es der Gesundheitszustand des Patienten zulässt
  • Personal: Verwendung persönlicher Schutzausrüstung (PSA): Schutzkittel, Einweghandschuhe, dicht anliegende Atemschutzmaske (FFP2 bzw. FFP3 oder Respirator bei ausgeprägter Exposition gegenüber Aerosolen, z. B. bei Bronchoskopie oder anderen Tätigkeiten, bei denen Aerosole entstehen können) und Schutzbrille. *
  • Beobachtung des Gesundheitszustandes des Praxispersonals

 

* Die Anforderungen an die persönliche Schutzausrüstung werden in der TRBA250 bzw. in der KRINKO-Empfehlung „Infektionsprävention im Rahmen der Pflege und Behandlung von Patienten mit übertragbaren Krankheiten“ spezifiziert.

Hygienemaßnahmen in Anlehnung an das Vorgehen bei SARS und MERS gemäß KRINKO-Empfehlung sind hier zu finden: „Infektionsprävention im Rahmen der Pflege und Behandlung von Patienten mit übertragbaren Krankheiten

Flächendesinfektion

Reinigungsverfahren mit Detergenzien (Reinigungsmittel) führen nicht zu einer Abtötung fakultativ-pathogener Mikroorganismen, sondern lediglich zu einer Entfernung von Verunreinigungen bei unzureichender Abtötung. Detergenzien können z. T. Viren ohne Hülle stabilisieren und die Bildung von Sporen fördern.

Bei der alleinigen Anwendung von Reinigungsverfahren ohne Desinfektionsmittel kann es sogar zu einer Verbreitung pathogener Erreger kommen.

Desinfektion des Injektors – Basishygiene

  • Alkoholfreie Desinfektionstücher zur Schnelldesinfektion von Medizinprodukten
  • Geeignet für alkoholempfindliche Oberflächen
  • Bedienmonitor mehrmals am Tag oder bei Bedarf desinfizieren
  • Vor der Bedienung Hände desinfizieren. Keine Handschuhe

    Flächendesinfektion – Basishygiene

    • Bestimmungsgemäßer Gebrauch von Kontrastmitteln den Fachinformationen entsprechend
    • Die verwendete Kontrastmittelflasche mit Anbruchdatum & -uhrzeit versehen à Haltbarkeit beachten
    • Zum Aufziehen des Kontrastmittels aus der Flasche einen Spike verwenden
    • Auf keinen Fall die Aufziehkanüle für eine spätere Entnahme in der Flasche belassen
    • Gummistopfen der Kontrastmittelflasche nur einmal mit dem Spike durchstechen

     

    „Um zu verhindern, dass größere Mengen Mikropartikel vom Stopfen in die Lösung gelangen, darf der Gummistopfen nicht mehr als einmal durchstochen werden. Zum Durchstechen des Stopfens und Aufziehen des Kontrastmittels wird die Verwendung von Kanülen mit langem Anschliff und einem Durchmesser von maximal 18 G empfohlen (spezielle Entnahmekanülen mit Seitenöffnung sind besonders geeignet).“

    (Fachinformation Ultravist®, Juni 2014)

    Der Injektor aus Hygiene-Sicht

    Hygienevorgaben am Injektor

    • Herstellervorgaben sind zwingend einzuhalten
    • Herstellervorgaben werden gemeinsam vom Hersteller und vom BfArM erarbeitet. Zertifizierung als Medizinprodukt gilt für den bestimmungsgemäßen Gebrauch.
    • Zertifizierung für alle Hersteller:

    Spezielle Vorgaben für einzelne Bestandteile

    • Für jede Einzelkomponente sind gesetzliche Vorgaben zu beachten
    • Alle Fertigspritzen sind als „Einmalartikel“ gekennzeichnet
    • Es gelten verschiedene Regelungen gleichzeitig

     

    Verbrauchsmaterial und Kontrastmittel

    • Infusionen dürfen nicht länger als 1 Std. vor dem Anhängen gerichtet werden. Herstellerhinweise beachten! (BGH-Urteil vom 3. November 1981, OLG Frankfurt a. M., VI ZR 119/80)
    • Gummistopfen der Kontrastmittelflasche vor dem Durchstechen desinfizieren. Ein Hautdesinfektionsmittel ist dafür ausreichend.
    • Angebrochene Kontrastmittelflaschen nicht länger als in der Fachinformation angegeben aufbewahren
    • Verwerfen aller Kontrastmittelreste am Ende eines Tages
    • Nachsterilisieren angebrochener Behältnisse ist nicht zulässig
    • Der Patientenschlauch ist nach jedem Patienten zu wechseln (Einmalgebrauch)
    • Haltbarkeit von Kontrastmitteln generell in den jeweiligen Fachinformation des Herstellers, Beispiel Ultravist: Haltbarkeit nach dem Öffnen 10 Stunden (Quelle: Fachinformation Ultravist, Juni 2014 DE/6)
    • Regelmäßiges Waschen der Hände, um eine gute Händehygiene zu gewährleisten
    • Zur Schonung der Haut ist eine pH-hautneutrale Waschlotion zu verwenden
    • Wichtig: nach dem Waschen sorgfältig Hände abtrocknen
    • Als Mittel der Wahl für die hygienische und chirurgische Händedesinfektion sind VAH-gelistete Präparate anzuwenden
    • Der Zusatz antiseptischer Wirkstoffe mit remanenter Wirkung (desinfizierende Nachwirkung) erhöht das Nebenwirkungsrisiko, ohne dass die Wirksamkeit dadurch signifikant verbessert wird.
    • Ist eine viruswirksame Desinfektion erforderlich, muss ein Präparat mit deklarierter Wirksamkeit gegen das betreffende Virus eingesetzt werden. Gleiches gilt für eine sporozide Wirkung.