Action-Cams in der interventionellen Radiologie

Action-Cams in der interventionellen Radiologie

Action-Kameras sind eine günstige Methode, um Interventionen live zu übertragen.

  • Datum:
    05.09.2017 0 Kommentare
  • Journal:
    Cardiovasc Intervent Radiol. 2017;40(4):639-41
  • Titel:
    The IR Point of View: Action Cameras for IR Action
  • Autor:
    Pua U et al.
    Zur Originalstudie
Uei Pua vom Tan Tock Seng Hospital in Singapur und Kollegen, probierten in ihrem Krankenhaus die beiden Kopfkameras GoPro HERO 4 und ThiEYE i60 aus. Mit diesen so genannten Action-Cams dokumentierten sie interventionelle radiologische Eingriffe.

Hintergrund

Der Wunsch nach Liveübertragung interventioneller Eingriffe ist nicht so hoch wie in chirurgischen Disziplinen, da Details bereits in fluoroskopischen Bildern vorliegen. Mit einer Action-Cam, die am Kopf des Untersuchers befestigt ist, kann jedoch zusätzlich der Blick auf die Hände des Operateurs aufgezeichnet werden.

Vor- und Nachteile

Ein Vorteil der Action-Cams liegt darin, selbst in einem vollen Operationsraum „live“ dabei sein zu können. Der Livestream mittels WIFI ist von der Kamera aus zwar nur zu einem Gerät möglich. Aber das Video lässt sich von dort mit Hilfe einer App auf andere Systeme übertragen. Kleine Einbußen in der Bildqualität müssen dabei in Kauf genommen werden.
Die Autoren sehen einen Nutzen der Kameras beispielsweise bei folgenden Eingriffen:
  • Komplexe Interventionen an der Aorta
  • Schwierigen Stent-Platzierungen
Bedienung von Geräte-Konsolen (z.B. bei Atherektomie oder EndoAnchoring)Action-Cams können über 70 bis 80 Minuten aufnehmen, bei längeren Interventionen wird eine zusätzliche Batterie benötigt. Die wasserfeste Schutzhülle der Kamera beeinträchtigt die Sprachqualität der Aufnahme. Daher sollte, falls der Ton benötigt wird, ein anderes Aufnahmegerät genutzt werden.

Der Operateur ist während des Eingriffs steril und kann daher die Kameraeinstellungen nicht selbst verändern. Falls erforderlich, muss dies eine andere Person über eine mobile App steuern.
Eine Liveübertragung macht es quasi unmöglich die Identität des Patienten komplett geheim zu halten. Daher muss vor dem Eingriff sein schriftliches Einverständnis eingeholt werden.

Fazit

Die Autoren sehen den Gebrauch von Action-Cams als einfache und günstige Methode, radiologische Interventionen aufzunehmen. Sie empfehlen jedoch weitere Untersuchungen zur Sicherheit und Sterilität dieser Technik.

mm/ktg
05.09.2017

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