Akute Herzinsuffizienz: Zeichen in der CT

Akute Herzinsuffizienz: Zeichen in der CT

Unerwartet drohendes Herzversagen kann während einer CT-Untersuchung in der Notaufnahme eintreten und auch direkt in der CT identifiziert werden.

  • Datum:
    07.08.2017 0 Kommentare
  • Journal:
    Emerg Radiol 2017;24(3):311-317
  • Titel:
    Every second counts: signs of a failing heart on thoracic CT in the ED
  • Autor:
    Maldow DJ et al.
    Zur Originalstudie

Aufgrund der häufig unspezifischen Symptome einer akuten Herzinsuffizienz von Patienten in der Notaufnahme wird oftmals eine CT angeordnet. Schnell kann es während dieser Untersuchung passieren, dass der Patient dekompensiert. Wie Radiologen die CT-Zeichen korrekt deuten und wie sie auf diese entsprechend reagieren sollten, beschreiben David Maldow und Kollegen, University of Rochester Medical Center, USA, in ihrem Essay.

Kongestive Herzinsuffizienz

Zu den klassischen Zeichen einer kongestiven Herzinsuffizienz im Röntgen-Thorax gehören das Lungenödem, der Pleuraerguss und die Kardiomegalie. Dennoch ist diese Untersuchung bei einem dyspnoischen Patienten oftmals suboptimal.

Eine CT-Thorax liefert zusätzlich wichtige Informationen zum hämodynamischen Status. Zu den Lungenbefunden zählen hier Mosaik-Trübungen sowie septale und interstitielle Verdickungen, die vor allem apikal vorliegen. Weitere potenzielle Befunde sind die Überdehnung der Vena cava inferior (VCI) und der Kontrastmittelrückstrom in die VCI sowie in die Lebervenen. Wenn Patienten ohne Vorgeschichte einer Herzinsuffizienz diese CT-Befunde zeigen, sollte schnellstmöglich der Kardiologe verständigt und eine Echokardiographie veranlasst werden.

Herzinfarkt

Typischerweise klagt ein Patient mit Myokardinfarkt über retrosternale Schmerzen. Sind die Symptome jedoch untypisch, müssen andere Differenzialdiagnosen in Betracht gezogen werden, bei denen eine CT-Untersuchung indiziert ist. In der Kontrast-CT-Thorax lassen sich in diesem Fall eine verringerte Myokardanreicherung und gegebenenfalls auch ein Thrombus als hypodense Struktur zeigen, die sich ohne Kontrastmittel hyperdens darstellt. Die sofortige Benachrichtigung eines Kardiologen oder Herzchirurgen ist unerlässlich, um für den Patienten die schnellstmögliche Versorgung im Herzkatheter zu gewährleisten.

Nach der Diagnosestellung sollte direkt nach Komplikationen wie einer akuten Herzwandruptur gefahndet werden. Ein solcher Riss stellt sich in der CT als diskontinuierliches Areal in der Herzwand dar und ist typischerweise mit einem Hämoperikard und einem Aneurysma spurium assoziiert.

Herzbeuteltamponade

Normalerweise ist die Herzbeuteltamponade eine klinische Diagnose, doch auch hier gibt es Patienten mit uneindeutiger Klinik, die in der CT evaluiert werden müssen. Im Fall der Tamponade lassen sich verkleinerte und deformierte Herzkammern sowie eine Abflachung des Septums zusammen mit einer perikardialen Wandverdickung erkennen. Sind diese Zeichen identifiziert, benötigt der Patient eine sofortige Echokardiographie und eine Perikardpunktion. Im Weiteren kann auch hier eine Ursachenforschung betrieben werden. Eine Wandverdickung von mehr als 2 mm deutet beispielsweise auf eine Perikarditis hin. Auch die Charakterisierung der Flüssigkeit kann in der CT erfolgen. So spricht eine Dichte von mehr als 30 HU für eine offene Blutung.

Rücklauf oder Verlust des kardialen Output

Asystolie oder der Verlust des kardialen Outputs sind oftmals Endpunkte einer kardialen Erkrankung. In der CT lässt sich eine Verringerung des kardialen Outputs anhand der Kontrastmittelverteilung erkennen, die abhängig vom Injektionsdruck und dem hydrostatischen Druck des Kontrastmittels ist. Das Kontrastmittel konzentriert sich in bestimmten Bereichen des venösen Systems, wie zum Beispiel der suprahepatischen VCI oder dem rechten Vorhof. Eine schichtweise Blut-Kontrastmittel-Grenzfläche kann erkennbar sein.

Während ein verringerter Output mit einer reduzierten Opazifikation der Kammern einhergeht, fehlt diese beim Verlust des kardialen Outputs.

In einer solchen Situation sollte der Zustand des Patienten umgehend evaluiert, ein Alarm abgesetzt und eine kardiopulmonale Reanimation vorbereitet werden.

Fazit

Unerwartet drohendes Herzversagen kann in der CT einer Notaufnahme vor allem bei Patienten mit untypischer Klinik eintreten. Eine schnelle Diagnose kann dabei lebensrettend sein.

mm/ktg
07.08.2017

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