CT 2020 Garmisch – Bildgebung beim Larynxkarzinom

CT 2020 Garmisch – Bildgebung beim Larynxkarzinom

Das Larynxkarzinom ist der dritthäufigste Tumor im Kopf-Hals-Bereich. Radiologische Bildgebung ist fester Bestandteil in der Diagnostik.

  • Präsentationstag:
    24.01.2020 1 Kommentare
  • Autor:
    ch/ktg
  • Sprecher:
    Philipp Kazmierczak, LMU München
  • Quelle:
    11. Internationales CT-Symposium Garmisch

„37 Prozent der Tumoren sind bei Diagnosestellung bereits im fortgeschrittenem Stadium“, erklärte Philipp Kazmierczak von der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Die Behandlung richtet sich nach der Tumorausdehnung. Zur Verfügung stehen organerhaltende und nicht-organerhaltende chirurgische Eingriffe sowie Bestrahlung und Chemotherapien. Welche Therapie geeignet ist, hängt vom TNM-Stadium des Tumors ab.

Einteilung des Larynx nach TNM

Kehlkopfkarzinome lassen sich nach ihrer Lokalisation in den Larynx-Unterbezirken unterteilen in supraglottische (17-23%), glottische (75-80%) und subglottische (2-5%) Karzinome (Pantel et Guntinas-Lichius 2012).

Radiologische Bildgebung

Die Tumorausdehnung entscheidet über das therapeutische Vorgehen. Die TNM-Klassifikation spiegelt die anatomische Ausbreitung wider. So seien T2- bis T4-Ausdehnungen im endoskopischen Bild nicht zu erkennen, erläuterte Kazmierczak. „Dafür brauchen Sie die Schnittbildgebung."

Auf den Aufnahmen muss entschieden werden, ob das Karzinom auf den Larynx beschränkt ist oder auch der Schildknorpel infiltriert wird (T3-/T4-Stadien). „Das ist von therapeutischer Relevanz.“

Die aktuelle S3-Leitlinie führt auf, wann welches Bildgebungsverfahren eingesetzt werden soll. Berücksichtigt werden sowohl CT als auch MRT.

Die MRT ist im Primärscreening das Verfahren der ersten Wahl.

Mit der Computertomographie lassen sich Sklerose, Lysen und extralaryngeale Ausbreitungen beurteilen. Werden alle vier Zeichen herangezogen, erreicht die Sensitivität 91% und die Spezifität 68%.

Die MRT erreicht meist höhere Sensitivitäten (bis 94%) und Spezifitäten (bis 98%). „Mit der MRT haben Sie einen deutlich besseren Weichteilkontrast“, erklärte Kazmierczak. Bewegungsartefakte können die Befundung jedoch erschweren. Wenn davon ausgegangen werden muss, dass der/die PatientIn während der Untersuchung nicht ruhig liegen bleiben kann, sollte gemäß Leitlinie ein CT gemacht werden.

Nachteil beider Verfahren: Sowohl bei CT als auch MRT sind falsch positive Befunde nicht selten und führen zum Overstaging. Der positive Vorhersagewert in der MRT liegt bei 71%.

Fazit

Das T-Staging hat direkte therapeutische Implikationen.

Subglottische Infiltration, Knorpelinvasion und extralaryngeale Ausbreitung gehören zu den Schlüsselaspekten in der Befundung.

Moderator Martin Canis, LMU München, ergänzte: „Sobald klar ist, dass der Schildknorpel infiltriert ist, bedeutet das: Der Kehlkopf muss raus.“

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