Deutscher Krebspreis für Michael Baumann

Deutscher Krebspreis für Michael Baumann
Prof. Dr. Michael Baumann (©P. Benjamin, NCT Dresden)

Michael Baumann, der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Krebsforschungszentrums, hat am 22. Februar 2018 den Deutschen Krebspreis in der Sparte „Translationale Forschung“ verliehen bekommen.

  • Datum:
    12.03.2018
  • Autor:
    S. Kohlstädt (mh/ktg)
  • Quelle:
    Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)

Der Radioonkologe und Strahlenbiologe Michael Baumann hat in den Jahren 2004 bis 2016 in Dresden das Nationale Zentrum für Medizinische Strahlenforschung in der Onkologie, kurz „OncoRay“ aufgebaut und verfolgte die Integration von neuen biologischen Erkenntnissen mit modernsten Technologien in der Strahlentherapie. Seit November 2016 ist Michael Baumann Vorstandsvorsitzender des DKFZ in Heidelberg.

Sein wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt auf der Erforschung der individualisierten Strahlentherapie, bei der die Bestrahlung durch den Einsatz strahlenspezifischer Biomarker an den jeweiligen Patienten angepasst werden kann. So gelang es Wissenschaftlern um Michael Baumann, den Sauerstoffgehalt in Kopf-Hals-Tumoren sichtbar zu machen: Ein radioaktiv markierter Tracer reichert sich in sauerstoffarmen, so genannten hypoxischen Tumorbereichen an. Eine PET-Kamera bildet die Anreicherung des radioaktiven Markerstoffs ab. Wie hoch der Sauerstoffgehalt eines Tumors während der Bestrahlung ist, spielt für die Behandlung eine wichtige Rolle. Denn Kopf-Hals-Tumoren mit großen sauerstoffarmen Arealen sind deutlich widerstandsfähiger gegenüber einer Radio-Chemotherapie als sauerstoffreiche Tumoren.