Millionen-Förderung für 'SpreadMRI'

Millionen-Förderung für 'SpreadMRI'
Prof. Dr. Klaus Scheffler, Leiter der Abteilung für Hochfeld-MR am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik und Direktor der Abteilung für Biomedizinische Magnetresonanz an der Uni Tübingen (©Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik)

Mit drei Millionen Euro fördert der Europäische Forschungsrat die Entwicklung der sogenannten SpreadMRI. Sie soll einen enormen Geschwindigkeitsschub für die MRT bringen.

  • Datum:
    09.04.2019
  • Autor:
    S. Bertenbreiter (mh/ktg)
  • Quelle:
    Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik

Klaus Scheffler ist Leiter der Abteilung für Hochfeld-Magnetresonanz am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik und Direktor der Abteilung für Biomedizinische Magnetresonanz an der Universität Tübingen. Für die Entwicklung neuartiger Konzepte zur Steigerung der MR-Bildgebungsgeschwindigkeit im Vergleich zu bestehenden Techniken erhält er nun eine Förderung in Höhe von drei Millionen Euro vom Europäischen Forschungsrat.

Eine dieser Techniken nennt sich SpreadMRI. Diese Methode geht über die aktuellen Konzepte der Bildkodierung hinaus, indem es eine bisher ungenutzte spektrale Spin-Modulation verwendet. SpreadMRI basiert auf der schnellen und lokalen Modulation von Magnetfeldern, die durch Stromschleifen oder Hochfrequenz-Antennen erzeugt werden.

Man stelle sich eine Menschenmenge auf einem Platz vor. Jeder telefoniert mit seinem Handy, ohne dass sich die Frequenzen gegenseitig stören. Ähnlich verhält es sich mit der SpreadMRI. Es verteilt die Bandbreite der magnetfeldkodierten Spinfrequenzen unter Verwendung unterschiedlicher Trägerfrequenzen, die aus einer bestimmten Region des Objekts stammen. Diese räumlich einzigartige Information wird dann verwendet, um unterschiedliche Teile des Objekts zu trennen und damit die Bildgeschwindigkeit maßgeblich zu erhöhen.

Dieser neuartige Ansatz werde zu großen Veränderungen in der Hard- und Softwareentwicklung zukünftiger MRT-Scanner führen, so das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik. Wenn die vorgeschlagenen Techniken und Konzepte erfolgreich sind, werden sie eine Vielzahl neuer Anwendungen in der Magnetresonanz eröffnen, sowohl im Bereich der Grundlagenforschung als auch bei klinischen Routineanwendungen. Patienten könnten schneller behandelt werden, es dürfte weniger Bewegungsartefakte und die klarere Aufnahmen geben.

Weitere Informationen auf den Seiten des Max-Planck-Instituts.