DGOU: Krankenhaus-Notaufnahmen weiter unterfinanziert

DGOU: Krankenhaus-Notaufnahmen weiter unterfinanziert

Modernste Diagnostikeinheiten und qualifiziertes Personal mit ausreichenden Schockraum-Kapazitäten sind vor allem für schwerverletzte Patienten an 365 Tagen rund um die Uhr notwendig. Die Neuregelung der Versorgungsvergütung stellt nicht alle zufrieden.

  • Datum:
    18.02.2019
  • Autor:
    S. Herda, S. Meier (mh/ktg)
  • Quelle:
    Dt. Ges. für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V.

Eine im Januar 2019 veröffentlichte Studie liefert erstmals genaue Zahlen zum Stellenwert der Orthopädie und Unfallchirurgie für die Notfallmedizin in einer Großstadt: Im Untersuchungsgebiet München mussten 43 Prozent der Notfallpatienten am Muskel-Skelett-System behandelt werden.

Vor diesem Hintergrund kritisiert die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) die vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) auf den Weg gebrachte Regelung zu einem gestuften System von Notfallstrukturen in Krankenhäusern. Die sieht auch vor, die Vergütung der Versorgung innerhalb der Notaufnahmestrukturen zu verbessern

Vergütung der Versorgung innerhalb der Notaufnahmestrukturen

Zukünftig sollen Krankenhäuser der Stufe eins für die Basisnotfallversorgung 153.000 Euro, Krankenhäuser der Stufe zwei für die erweiterte Notfallversorgung 459.000 Euro und Krankenhäuser der Stufe drei für die umfassende Notfallversorgung 688.500 Euro jährlich erhalten. Darüber hinaus reduziert sich jede einzelne DRG-Fallpauschale jedes vollstationären Patienten in einer Klinik, die nicht an der Notfallversorgung teilnimmt. Der sogenannte Rechnungsabschlag beträgt 60 Euro.

Notaufnahmen mit hohen Vorhaltekosten

„Das liegt weit hinter unseren Erwartungen und den Notwendigkeiten“, kritisiert Professor Dr. Andreas Seekamp, DGOU-Vorstandsmitglied und Mitglied des Fachbeirates Chirurgie in der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin. Damit blieben die Notaufnahmen mit ihren hohen Vorhaltekosten weiter unterfinanziert. Insbesondere für schwerverletzte Patienten seien aber modernste Diagnostikeinheiten wie Ultraschall, Computertomografie und MRT sowie qualifiziertes Personal mit ausreichenden Schockraum-Kapazitäten für schnelle Diagnostik und Therapieentscheidungen an 365 Tagen rund um die Uhr notwendig.