Digitaler Atlas des Hundegehirns verfügbar

Digitaler Atlas des Hundegehirns verfügbar
3-Dimensionale Rekonstruktion der Haut und des Knochens aus dem MRT eines Beagles und die Projektion des Gehirnatlas (© Dr. med. vet. Björn Nitzsche)

Mittels MRT bestimmen Veterinärmediziner die Gehirnareale von Haushunden automatisch. Mit ihrem digitalen Gehirnatlas untersuchen sie Lage, Form und Größe des Gehirns von Hunderassen vergleichend.

  • Datum:
    09.03.2018
  • Autor:
    K. Henneberg (mh/ktg)
  • Quelle:
    Universität Leipzig

Die Domestizierung und gezielte Zucht von Haushunden hat deren Kopfform verschiedentlich verändert. Wie sich die Zucht auf das Gehirn auswirkt, haben Veterinärmediziner jetzt systematisch analysiert.

"Trotz Gemeinsamkeiten bei wichtigen neurofunktionellen und -anatomischen Eigenschaften von Mensch und Hund wissen wir vergleichsweise nur sehr wenig über die Größe, Variabilität und Funktion des Gehirns unserer Hunderassen", erläutert Prof. Dr. Johannes Seeger, Forscher am Veterinär-Anatomischen Institut. Methoden aus den rechengestützten Neurowissenschaften der Humanmedizin ermöglichten den Wissenschaftlern nun eine objektive und nachvollziehbare Analyse verschiedener Hunde-Hirnareale anhand von MRT-Aufnahmen. Dafür entwickelten sie auch Wege der automatischen Verarbeitung der Bilder.

"Wir möchten mit unseren Forschungen dazu beitragen, die Konsequenzen der Jahrtausende alten selektiven Hundezucht objektiv und reproduzierbar zu untersuchen", erläutert der Leiter der Neurologie der Kleintierklinik der Universität Leipzig, Dr. Thomas Flegel. Der Gehirnatlas ist daher für alle interessierten Wissenschaftler frei verfügbar.