Röntgens Nobelpreisurkunde bald Weltkulturerbe?

Röntgens Nobelpreisurkunde bald Weltkulturerbe?
Die teilvergoldete Urkunde wurde von der schwedischen Künstlerin Sofia Gisberg von Hand gefertigt und stammt aus dem persönlichen Nachlass Röntgens, den dieser der Universität Würzburg übereignete (©Universitätsarchiv JMU Würzburg)

Das Archiv der Julius-Maximilians-Universität Würzburg bewirbt sich mit der Nobelpreis-Urkunde Wilhelm Conrad Röntgens für das renommierte „Memory of the World“-Programm der Unesco.

  • Datum:
    31.07.2018
  • Autor:
    M. Bosch (mh/ktg)
  • Quelle:
    Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (Unesco) hat sich nicht nur dem Schutz historisch und kulturell wertvoller Baumonumente oder einzigartiger Landschaften verpflichtet. Sie fördert mit ihrem Programm „Memory of the World“ auch den Schutz des geistigen Erbes der Menschheit. Das Universitätsarchiv hat sich nun mit der Nobelpreisurkunde Wilhelm Conrad Röntgens aus dem Jahr 1901 um einen Platz in der Reihe dieser bedeutenden Kulturdokumente beworben.

Röntgen ist mit der Entdeckung der Strahlen, die seit über hundert Jahren bedeutende Erkenntnisse in der Forschung hervorbringen, weltweit ein Begriff. Weniger bekannt ist hingegen, dass der Würzburger Wissenschaftler damit den ersten jemals verliehenen Nobelpreis für sich beanspruchen konnte.

Bisher schlummert die Originalurkunde in einem klimatisierten Schließfach des JMU-Archivs, unter strenger Beobachtung der dortigen Experten. Das teilvergoldete Dokument wurde von der schwedischen Künstlerin Sofia Gisberg von Hand gefertigt und stammt aus dem persönlichen Nachlass Röntgens, den dieser der Universität Würzburg vermachte. Auf dem doppelseitigen Pergament stechen, neben dem Goldrand, das Wappen des schwedischen Könighauses und die bildliche Darstellung eines Versuchsaufbaus von Röntgen hervor.

Da das Pergament bereits leicht aufwölbt, soll die Urkunde in den nächsten Jahren restauriert werden. 2020 jährt sich die Entdeckung zum 125. Mal, weswegen unter anderem in Würzburg verschiedene Veranstaltungen die „X-Strahlen“ und den Forscher in den Fokus nehmen. Bis dahin sollen auch hochwertige Nachbildungen der Urkunde entstehen, unter anderem eine für das Museum in Röntgens Geburtsort Remscheid.