CULPRIT-SHOCK Studie verändert Blick auf Herzinfarkt-Behandlung

CULPRIT-SHOCK Studie verändert Blick auf Herzinfarkt-Behandlung
Prof. Dr. Holger Thiele, Direktor der Universitätsklinik für Kardiologie - Helios Stiftungsprofessur am Herzzentrum Leipzig (© Dominik Wolf)

Wird beim Myokardinfarkt ausschließlich das für den Infarkt verantwortliche Gefäß behandelt, kann das die Prognose für den Patienten deutlich verbessern.

  • Datum:
    06.11.2017
  • Autor:
    J. Dylus (mh/ktg)
  • Quelle:
    Herzzentrum Leipzig GmbH

Jährlich erleiden circa 300.000 Menschen in Deutschland einen akuten Myokardinfarkt. In bis zu zehn Prozent der Fälle wird dieser auch von einem kardiogenen Schock begleitet und führt unbehandelt zum Tod.

„Im Herzkatheterlabor wird das verschlossene Herzkranzgefäß aufgedehnt. Gleichzeitig sagen die Leitlinien, dass in diesem Zuge auch weitere mögliche Engstellen der Herzkranzgefäße mitbehandelt werden sollen“, erklärt Professor Holger Thiele, Direktor der Universitätsklinik für Kardiologie am Herzzentrum Leipzig.

„Nun haben wir in unserer mit über 700 Patienten größten, randomisierten CULPRIT-SHOCK Studie zu diesem Thema nachweisen können, dass es – in Bezug auf das Überleben und gefährliche Begleiterkrankungen, wie schwerem Nierenversagen – die Prognose der Betroffenen erheblich verbessert, wenn ausschließlich das für den Infarkt verantwortliche Gefäß behandelt wird“, so der Kardiologe weiter. „Die Ergebnisse unserer Studie lassen sich damit mit ‚keep it simple‘ – also ‚halte es möglichst einfach‘ – zusammenfassen und werden sicherlich dazu führen, dass die bisherigen Leitlinien zur Behandlung des Herzinfarktes in Kombination mit einem kardiogenen Schock vollkommen neu ausgelegt werden müssen“, so Thiele.

Die CULPRIT-SHOCK Studie, die von der Europäischen Union mit sechs Millionen Euro gefördert wurde und an der sich über 83 Studienzentren aus elf europäischen Ländern beteiligten, steht unter der Federführung von Professor Holger Thiele, der im September 2017 ans Herzzentrum Leipzig zurückgekehrt ist.