Händehygiene: Fortbildung muss praxisnah sein

Händehygiene: Fortbildung muss praxisnah sein

Je praxisnäher eine Hygienefortbildung ist und je mehr Feedback das Pflegepersonal zum eigenen Hygieneverhalten bekommt, desto besser ist die Hygiene-Compliance.

  • Datum:
    15.10.2018
  • Autor:
    A. Thöne (mh/ktg)
  • Quelle:
    B. Braun-Stiftung

Wie hoch das Wissen im Bereich Händehygiene bei Pflegenden ist und welche Rolle Fortbildungen dabei spielen, hat die B. Braun-Stiftung gemeinsam mit dem Institut für Krankenhaushygiene des Universitätsklinikum Leipzig untersucht. „Effektive Hygienefortbildungen zeichnen sich aus durch ihren Praxisbezug und maßgeschneiderte Fortbildungsinhalte“, fasste der Vorstandsvorsitzende Professor Michael Ungethüm die Umfrageergebnisse zusammen. Er forderte Krankenhäuserträger dazu auf, bestehende Konzepte anzupassen.

Selbsteinschätzung und tatsächliche Kenntnisse divergieren

Insgesamt wurden Hygienefortbildungen als wenig interessant und zu theoretisch bewertet. Die Teilnehmer wünschten sich mehr praxisbezogene Fortbildungen und Feedback zum eigenen Hygieneverhalten, dazu zählten konkrete Vergleiche von Infektionsraten und Surveillance der eigenen Station zu anderen Abteilungen. Insgesamt schätzten die Befragten ihre Kenntnisse zu den Indikationen der Händehygiene sehr hoch ein, eingebaute Fachfragen zeigten jedoch Schwächen. So war vielen Teilnehmern nicht bekannt, welche Aktivitäten tatsächlich zu den septischen Tätigkeiten gehören.

Der Großteil der Teilnehmer gab an, Hygienefortbildungen des Krankenhauses (92,9 Prozent) und deren Inhalte (92,5 Prozent) zu kennen. Insgesamt 78,9 Prozent der befragten Personen nahmen im Jahr 2016 an einer Hygienefortbildung teil.

Die Ergebnisse der Umfrage wurden erstmalig auf der Veranstaltung „Fortbildung für Pflegende“ am 12. Oktober in Kassel präsentiert. Basis war eine anonyme Fragebogenerhebung aus dem letzten Jahr. Insgesamt konnten 190 Fragebögen von 1.245 Befragten ausgewertet werden.

Hintergrund

Eine Studie zur verhaltenspsychologisch orientierten Infektionsprävention (Lengerke et al. DÄ International 2017) geht davon aus, dass die Händehygiene leitliniengerechter ausgeführt wird, je bewusster, motivierter und kompetenter sich die Mitarbeiter mit dieser Aufgabe beschäftigen. Wichtig ist außerdem eine möglichst zielgruppenspezifische Fortbildung, die sich auf die individuellen Herausforderungen und Rahmenbedingungen der jeweiligen Stationen konzentriert.