Künstliche Intelligenz bei Brustkrebs

Künstliche Intelligenz bei Brustkrebs
®Geralt, Pixabay

PwC-Studie zeigt: Der Einsatz von künstlicher Intelligenz verspricht signifikante Fortschritte beim Screening, verbessert die Behandlung erkrankter Frauen und spart Kosten im zweistelligen Milliardenbereich.

  • Datum:
    15.08.2017
  • Autor:
    J. Wollenschläger (ch/ktg)
  • Quelle:
    PricewaterhouseCoopers (pwc)

Ein Teil der aktuellen „Sherlock in Health“-Analyse von PricewaterhouseCoopers (pwc) zur Künstlichen Intelligenz (KI) in der Medizin beleuchtet potentielle Vorteile der Anwendungen bei der Brustkrebsdiagnostik und -therapie.

Die Ergebnisse erster Tests stufte pwc als bemerkenswert ein und nannte eine Studie, bei der KI-Anwendungen die Mammographien 30-mal schneller ausgewertet hatten als eine Ärztin oder ein Arzt – und das bei einer Fehlerrate von nur einem Prozent.

Nicht nur bei der Diagnostik sieht pwc enorme Fortschritte, sondern auch in der Behandlung von Brustkrebs. In einer Pilotstudie sei künstliche Intelligenz in der Lage gewesen mit über 70-prozentiger Genauigkeit vorherzusagen, wie eine Patientin auf zwei gängige Chemotherapie-Verfahren reagieren würde.

Angesichts der hohen Inzidenz von Brustkrebs geht die pwc-Untersuchung davon aus, dass der Einsatz von künstlicher Intelligenz immense Kostensenkungen für das Gesundheitssystem brächte. Bei Brustkrebs nennt pwc rund 74 Milliarden Euro innerhalb der nächsten zehn Jahre als kumuliertes Einsparpotential.

Ähnliche Fortschritte sieht die pwc-Analyse bei Demenzerkrankungen. Eine klinische Studie aus den Niederlanden beschreibe, dass sich KI-Verfahren mit herkömmlichen Diagnosemethoden wie der MRT kombinieren lassen. Dadurch seien Alzheimer-Erkrankungen in einem sehr frühen Stadium mit einer Sensitivität von 82-90 Prozent diagnostiziert worden.

Michael Burkhart, Partner und Leiter des Bereichs Gesundheitswesen & Pharma bei pwc, räumt aber ein, dass die Integration von KI-Anwendungen ein mühsamer Weg ist. „Denn künstliche Intelligenz funktioniert nur auf Basis riesiger Datenbestände – und die müssen zunächst konsequent aufgebaut werden.“

Dennoch, so Burkhart, sei der potenzielle Nutzen von künstlicher Intelligenz so gewaltig, dass es sich lohne, diesen Weg zu gehen.

Zur Publikation: Sherlock in Health: How artificial intelligence may improve quality and efficiency, whilst reducing healthcare costs in Europe. Pwc, June 2017