Künstliche Intelligenz für die Notfallmedizin

Künstliche Intelligenz für die Notfallmedizin

Gerade in der Notfall- und Intensivmedizin kann ein Deep-Learning-System Leben retten: Das Verbundprojekt KI-RAD treibt die maschinelle Befundung von Röntgen- und CT-Aufnahmen in diesem Bereich voran.

  • Datum:
    07.08.2020 0 Kommentare
  • Autor:
    B. Pawlowski
  • Quelle:
    Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Das Projekt „Künstliche Intelligenz für radiologische Bildgebung in der Notfall- und Intensivmedizin“, KI-RAD, soll den MedizinerInnen dabei helfen, lebensrettende Entscheidungen schneller zu fällen, so Projektkoordinator Dr. Claus-Christian Glüer, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Der KI-algorithmus unterscheidet beispielsweise zwischen Hirnblutung und zerebralem Gefäßverschluss in einer Geschwindigkeit, die die menschlichen Neuronen nie leisten könnten.  Blutung stoppen oder Durchblutung wiederherstellen - bei einem Verdacht auf Schlaganfall muss blitzschnell unterschieden werden, um entsprechende Maßnahmen einleiten zu können.

Neben dem Schlaganfall sind Knochenverletzungen und Röntgenthorax die weiteren ausgewählten Anwendungsbereiche, auf die sich das Projekt konzentriert. Sind die Knochenbrüche nach einem Unfall frisch oder beruhen sie auf Osteoporose, ist der Bruch instabil, oder ist das Rückenmark verletzt? All das soll die KI schnell entscheiden.

Dafür benötigen die beteiligten MedizinnerInnen und Computerfachleute erst einmal gut kategorisierte CT-Bilder, mit denen sie die KI trainieren. Erst wenn ein funktionaler Präprototyp existiert, kann im klinischen Alltag getestet werden. Am dreijährigen Projekt sind verschiedene Universitäten und Unternehmen bundesweit beteiligt. Gefördert wird die Entwicklung vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

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