Auflösung Quiz des Monats - Artefakte Edition

  • Datum:
    14.02.2019

Gewinner ist A.F. aus Berlin.

Um was für ein Artefakt handelt es sich hier?

Wie nennt man das Phänomen der sich wiederholenden Streifen?
Welche Maßnahme wäre geeignet, um solchen Artefakten vorzubeugen?

Es handelt sich um Atemartefakte. Bei den sich regelmäßig wiederholenden Artefakten mit überlagerten Geisterbildern spricht man auch von ‚Ghosting’. Atemgating mittels Atemgurt kann helfen, sie zu vermeiden.

Abgebildet ist ein Atemartefakt als Beispiel für ein häufig auftretendes Bewegungsartefakt. Es sind die charakteristischen Geisterbilder („ghosting“) der bewegten und signalreichen Bildanteile zu sehen, die dem eigentlichen Bild überlagert scheinen. Solche Geisterbilder treten immer in Phasenrichtung (hier anterior-posterior) auf. Ursache hierfür ist, dass die Bewegung stattfindet, während in der Phasenrichtung noch Daten gesammelt und im k-Raum abgelegt werden. Bewegte Körperanteile werden dann mit falscher bzw. nicht eindeutiger Phaseninformation im k-Raum abgelegt und nach der Rekonstruktion an falschen Stellen in der Phasenrichtung des MRT-Bildes zugeordnet. Die regelmäßige Atembewegung führt zu Geisterbildern mit regelmäßigem Abstand zueinander.

Atemartefakte erkennen

Bei MRT-Aufnahmen im Thoraxbereich zeigen sich oftmals auffallende und sich regelmäßig wiederholende Artefakte mit überlagerten Geisterbildern („ghosting“) der Thoraxwand und des subkutanen Fettgewebes. Es handelt sich um Atemartefakte. Die mehrfachen Bildstörungen werden dem eigentlichen MRT-Bild dabei in Phasenrichtung überlagert.

Atemartefakte erklären

Ursächlich für solche Atemartefakte ist die Atembewegung im Thorax während der MRT- Datenakquisition. Wird eine abzubildende Körperregion während der Datenakquisition bewegt, so kann es zu einer Fehlkodierung von MRT-Signalen kommen. Während die Datenakquisition in der Frequenzrichtung des Bildes sehr schnell mit einer Echozeit in wenigen Millisekunden abgeschlossen ist, dauert die gesamte MRT-Datenakquisition in der Phasenrichtung durch wiederholte Messungen entsprechend der Repetitionszeit und der Bildmatrix sehr viel länger und ist damit anfällig für zwischenzeitliche Bewegungen. Durch die periodische Atembewegung kommt es dann zu teilweisen Mehrfachabbildungen, den Geisterbildern in Phasenrichtung des Bildes.

Atemartefakte eliminieren

Atemartefakten kann durch entsprechende Aufklärung und Vorbereitung des Patienten und durch eine möglichst bequeme Lagerung vorgebeugt werden. Atemartefakte können durch Sequenzen in Atemanhalte oder durch die Nutzung eines Atemgurts reduziert werden. Atemgating mittels Atemgurt oder Navigator-Sequenzen helfen dabei, die Atembewegung des Patienten mit der MRT-Datenakquisition zu synchronisieren. Für MRT-Aufnahmen, deren Akquisitionszeit eine Atempause überschreitet, werden auch zunehmend Sequenzen mit radialer k-Raum-Füllung und inhärenter Bewegungskorrektur angeboten.

Das Beispiel stammt aus der Broschüre „Artefakte in der MRT – Erkennen, Erklären, Eliminieren“ von Harald H. Quick. Bei Interesse sprechen Sie Ihren Außendienstmitarbeiter von Bayer Vital an.

Gewinner ist R.B. aus Kirchen/Sieg

Warum heißen solche Artefakte „Pulsationsartefakte“?

Welche Aussage zu Pulsationsartefakten ist RICHTIG?
Welche Maßnahme wäre geeignet, um Pulsationsartefakten vorzubeugen?

Die Blutpulsation in den Beckengefäßen führt in diesem Fall zu Pulsationsartefakten, die der transaxialen Beckenaufnahme überlagert sind. Pulsationsartefakte treten, ebenso wie andere Bewegungsartefakte, immer in Phasenrichtung (hier anterior-posterior) auf. Durch die pulsierende Bewegung des Blutstroms bilden sich viele diskrete und signalreiche Artefakte oberhalb und unterhalb der ursächlichen Gefäße in Phasenrichtung aus.

Pulsationsartefakte erkennen

Bei transversalen Aufnahmen im Thorax, Abdomen, Becken und in den Beinen zeigen sich oftmals Pulsationsartefakte ausgehend von der Aorta und von größeren Arterien, die sich im Bildfeld befinden (Abbildung). Erkennen lässt sich ein Pulsationsartefakt anhand von regelmäßig wiederholten, dabei äquidistanten und signalreichen Doppelbildern in Phasenrichtung oberhalb und unterhalb von pulsierenden Arterien.

Pulsationsartefakte erklären

Arterielles Blut und Liquor stellen sich in vielen Sequenzen signalreich dar. Beide Flüssigkeiten unterliegen ständiger pulsierender Bewegung. Bei transversalen MRT-Aufnahmen pulsiert das Blut senkrecht durch die Bildebene, während die für die MRT-Bildgebung not- wendigen Gradienten geschaltet werden. Dabei erfährt das Blut- oder Liquor-Signal eine Phasenänderung. Während der sequentiellen Akquisition einzelner k-Linien in Phasenrichtung werden nun die pulsierenden Signal-Bestandteile in Phasenrichtung wiederholt und äquidistant an falscher Stelle im Bild kodiert überlagert dargestellt. Es zeigen sich die für Pulsationsartefakte typischen signalreichen Mehrfachabbildungen in Phasenrichtung.

Pulsationsartefakte eliminieren

Pulsationsartefakte lassen sich beispielsweise durch die Verwendung einer EKG-Triggerung unterbinden, wobei die MRT-Bildakquisition mit der Herzfrequenz des Patienten synchronisiert wird. Weniger aufwendig und oftmals praktikabler ist die Verwendung von sogenannten HF-Sättigungspulsen vor oder hinter der Bildgebungsschicht, um arterielles und venöses Blutsignal während der MRT-Aufnahme abzusättigen. Da Pulsationsartefakte immer in der Phasenrichtung auftreten, können durch das Vertauschen der Frequenz- und der Phasenrichtung Artefakte mitunter in eine weniger störende Bildrichtung verschoben werden.

Das Beispiel stammt aus der Broschüre „Artefakte in der MRT – Erkennen, Erklären, Eliminieren“ von Harald H. Quick. Bei Interesse sprechen Sie Ihren Außendienstmitarbeiter von Bayer Vital an.