Glioblastoma multiforme mit früher Progression

Patienteninformation und Anamnese

Männlicher Patient, 53 Jahre alt, Gewicht 83kg, wurde mit langsam zunehmender Aphasie und Kopfschmerzen ins Krankenhaus eingewiesen. Eine notfallmäßig durchgeführte kontrastverstärkte CCT zeigte eine nekrotische Struktur links parietal mit mäßiggradigem umgebenden Ödem. Eine Gadovist® -verstärkte MRT war zur Charakterisierung der Läsion indiziert.

MRT-Befund

Die initiale MRT des Gehirns zeigte eine irreguläre, kreisförmig verstärkte, nekrotische, expansive Läsion in der subcortikalen weißen Substanz des linken unteren Parietallappens mit mäßigem umgebenden Ödem und deutlicher Zunahme des rCBV, die die inneren und äußeren Ränder der verstärkenden Anteile der Läsion einbezog. Dies spricht für einen malignen neoplastischen Prozess mit hoher Rezidivgefahr und schlechter Prognose.

Diagnose

Die irreguläre Kontrastmittelaufnahme, die einen zentralen Nekrosebereich abgrenzt und die deutliche Zunahme des rCBV, ein Biomarker für Angiogenese, unterstützen die Diagnose eines hochgradigen Glioms.

Behandlung und Ergebnis

Auf Basis der radiologischen Diagnose wurde die Läsion operativ reseziert. Die histopathologische Analyse bestätigte die Diagnose eines Astrozytoms Grad IV (Glioblastom). Nach paralleler Behandlung mit Strahlentherapie und Temozolomid (TMZ) gefolgt von einer Erhaltungsdosis TMZ wurden zur Verlaufskontrolle engmaschige MRT-Untersuchungen während der folgenden 10 Monate durchgeführt, die ein frühes Fortschreiten der Krankheit zeigten. Der Patient verstarb 12 Monate nach Erstdiagnose.

Pathologie nachgewiesen?

Ja.

Take-home Message

Kontrastverstärkte MRI einschließlich dynamischer Suszeptibilitätskontrastsequenzen (DSC) spielen eine wichtige Rolle bei Diagnostik und Therapiekontrolle von Tumoren des Gehirns.

Es konnte gezeigt werden, dass eine deutliche rCBV-Zunahme ein frühes Rezidiv und verminderte Überlebenswahrscheinlichkeit bei Astrozytomen vorhersagen kann. Dies gilt nicht für Astrozytome mit oligodedroglialen Anteilen.

Im vorliegenden Fall zeigte die Läsion, die eine große Zunahme des rCBV in ihrem medialen Rand aufwies, eine frühe ausgedehnte Progression nach partieller Resektion und paralleler Strahlen- und Chemotherapie.

Injektionsprotokoll
Injektionssystem MEDRAD® Spectris Solaris EP
Volumen (ml) Flussrate (ml/s)
Gadovist® 10 (5 predose + 5 DSC) 5
NaCl 15 5
MR-Einheit und Spulen
MR-Scanner Siemens MAGNETOM TRIO
Feldstärke (T) 3
Spulen 32-Kanal-Kopfspule
Technische Daten – Sequenzen und Parameter
Sequenz(en) Gadovist®
Sequenzgewichtung und Name T2 EPI-2D GRE
TR (ms) 1.450
TE (ms) 45
FA (°) 90
FOV (mm) 230
Matrix (Pixel) 128 × 128
Schichtdicke 5
Akquisitionszeit (min) 1:33